Nach Kampfmittelräumung: Justizministerin Kühne-Hörmann öffnet Kleinen Wallgraben in Ziegenhain

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Was im Herbst 2018 bereits in Aussicht gestellt worden war, ist seit Dienstag offiziell: Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat den Kleinen Wallgraben in Ziegenhain wieder der Öffentlichkeit übergeben. Nach intensiver Kampfmittelräumung kann das Gewässer wieder genutzt werden.

„Die wichtigste Nachricht ist: Man kann den Kleinen Wallgraben wieder am Rand begehen“, fasste Eva Kühne-Hörmann am ­Dienstag­nachmittag zusammen. Hessens Justizministerin war nach Ziegenhain gereist, um den Kleinen Wallgraben der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Die historische Wasserfes­tung im zweitgrößten Stadtteil Schwalmstadts wird als Justizvollzugsanstalt und als Standort für die Sicherungsverwahrung genutzt. Sie umgibt ein Wallgraben, der teilweise zur Liegenschaft der Justizvollzugsanstalt gehört und sich damit im Eigentum des Landes Hessen befindet.

In früheren Jahren wurde der Wallgraben auch als Naherholungsgebiet genutzt. Nachdem aber während Sondierungsarbeiten im Jahr 2006 Kampfmittelreste im Gewässer aufgefunden worden waren, wurde der Zugang zum Wallgraben aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Die Nutzung des Gewässers für den örtlichen Fischereiclub „Neptun“ war nicht mehr möglich. Der Stadt Schwalmstadt und den Anwohnern war die jahrelange Sperrung des zentral durch die Stadt verlaufenden Wallgrabens ein Dorn im Auge – zumal sich der Zustand des Gewässers verschlechterte. Nach intensivem Drängen aus Schwalmstadt sowie langer Planung und Vorbereitung durch das Hessische Justizministerium begann die Kampfmittelräumung im Jahr 2017.

Zuvor mussten eine europaweite Ausschreibung durchgeführt und zahlreiche Gutachten eingeholt werden. „Aufgrund der jahrzehntelangen Korrosion der Kampfmittel war die Räumung mit besonderer Sensibilität vorzunehmen, um Detonationen durch Erschütterung zu vermeiden“, erklärte Kühne-Hörmann am Dienstag, als sie den Kleinen Wallgraben – ein Teilstück, das rund ein Drittel des gesamten Wallgrabens ausmacht – wieder öffnete. Seitdem darf der Abschnitt bedenkenlos von Anglern und Spaziergängern genutzt werden.

Über 450 Kilo Kampfmittel und 22 Granaten geborgen

Die bis dato gefundenen Kampfmittel wurden kontrolliert gesprengt. „Insgesamt wurden allein für den Kleinen Wallgraben 14.500 Quadratmeter Fläche untersucht. Davon rund 1.000 Quadratmeter Uferböschung und Wegung.

Insgesamt wurden 453,85 Kilogramm Kampfmittel mit einer Nettoexplosivmasse von 45,59 Kilogramm geborgen. Darunter sechs Sprenggranaten, 14 Handgranaten und zwei Panzergranaten“, resümierte die Justizministerin. Neben den Kampfmitteln wurden die Arbeiten am Kleinen Wallgraben auch dazu genutzt, Abfälle die im Gewässer entsorgt wurden, zu entfernen. „Insgesamt 135 Tonnen Abfall konnten aus dem Kleinen Wallgraben entfernt werden. Bauschutt, aber auch anderer Müll wie Haushaltsgegenstände, Flaschen mit Flüssigkeiten und sonstiger Unrat wurden entfernt“, so Kühne-Hörmann.

Die kalkulierten Kosten für die Kampfmittelräumung des gesamten Wallgrabens liegen bei rund 15,5 Millionen Euro. In Gesprächen mit der Stadt Schwalmstadt und weiteren Beteiligten soll nun darüber beraten werden, wie das weitere Nutzungskonzept für den Wallgraben aussieht.

„Wir hoffen, dass unsere teuren, aber notwendigen Maßnahmen ein Signal für die Gesellschaft sind, Ideen für die Nutzung des Wallgrabens zu entwickeln“, so Kühne-Hörmann. Geplant ist, den gesamten Wallgraben in 2020 für die Öffentlichkeit freizugeben. Gepflegt wird das Gewässer vom Ziegenhainer Fischereiclub „Neptun“. Club-Mitglied Stefan Krumpholz verlängerte – zusammen mit Regierungsrat Christian Tienes – am Dienstag den Pachtvertrag.

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