Nach Regressansprüchen: Kreis unterstützt Hochlandpraxis in Gilserberg mit 5.420 Euro

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v. li. Kreistagsabgeordneter Martin Dippel, Nils Wagner-Praus, Marei Schoeller und Erster Kreisbeigeordneter Jürgen.

Wegen vieler Hausbesuche hat die Kassenärztliche Vereinigung Regressansprüche gegenüber der Hochlandpraxis in Gilserberg geltend gemacht - im fünfstelligen Bereich. Jetzt gibt der Kreisausschuss bekannt: Er unterstützt die Praxis bei der Zahlung der Forderung mit 5.420 Euro.   

Gilserberg. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hat gegenüber der Gemeinschaftspraxis von Nils Wagner-Praus und Marei Schoeller Regressansprüche in einem hohen fünfstelligen Bereich geltend gemacht. Grund für diese Rückforderungen ist die stark überdurchschnittliche Zahl an Hausbesuchen in den Jahren 2012 bis 2014. Zustande kommt dies durch die ländliche Struktur (große Fläche, kleine Orte mit wenig Einwohnern und langen Wegen sowie unzureichender ÖPNV Abdeckung).

„In unserem ländlichen Raum sind wir darauf angewiesen, dass Hausärzte Patienten auch zuhause besuchen und behandeln, besonders ältere, immobile und bettlägerige, “ so Jürgen Kaufmann, Erster Kreisbeigeordneter im Schwalm-Eder-Kreis. „Die Wege zur nächsten Praxis sind oft weit und die Verkehrsanbindung teilweise sehr schwierig. Es ist ganz einfach notwendig, dass der Arzt zur Behandlung seiner Patienten nach Hause kommt“, so Jürgen Kaufmann weiter.

Die Hochlandpraxis mit den Ärzten Nils Wagner-Praus und Marei Schoeller wehrte sich gegen die Regressansprüche der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. Die öffentlich geführte Diskussion führte letztlich zur Anerkennung der Ungerechtigkeit im Vergleich zwischen Landarztpraxen auf der einen und Städtepraxen in Ballungszentren wie in Frankfurt auf der anderen Seite.

Das führte dazu, dass mittlerweile die Abrechnung von Hausbesuchen nicht mehr Gegenstand der Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die KVH ist. Da die rechtskräftigen Rückforderungen an die Gilserberger Hochlandpraxis jedoch auch die Zeit vor der Neuregelung betrifft, bleiben diese weiterhin bestehen. „Herr Wagner-Praus und Frau Schoeller haben durch die Diskussion um die unterschiedlichen Bedingungen zwischen Stadt und Land eine gerechtere Lösung erstritten. Daher möchten wir als Schwalm-Eder-Kreis die Hochlandpraxis bei der Rückzahlung der Regressforderung mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent der Regressforderung unterstützen.“, so Jürgen Kaufmann.

Schließlich habe das nun positive Auswirkungen für alle ländlichen Regionen in Hessen und stellt somit einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung junger Hausärztinnen und Hausärzte für ländliche Regionen, so auch im Schwalm-Eder-Kreis dar. Der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises hatte sich in einer seiner Sitzungen für diese einmalige Unterstützung ausgesprochen und zahlt nun den einmaligen Zuschuss von 5.420 Euro aus.

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