Nach Umbau: Nutzer beziehen die "Neue Wache" in Ziegenhain

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Fast fertig: Nach dem Umbau wird die "Neue Wache" in Ziegenhain nach und nach von ihren Nutzern, dem Toursimusverband Rotkäppchenland, der Schwalm-Touristik und dem Stadtmarketing, bezogen.  

Das denkmalgeschützte Gebäude am Paradeplatz wurde in den vergangenen zwölf Monaten umfangreich instandgesetzt, modernisiert und erweitert. Bereits im Herbst 2014 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Grundsatzbeschluss gefasst. Der Schwälmer Heimatbund als damaliger Eigentümer hatte der Stadt das Gebäude verkauft.

Die wechselvolle Geschichte des Gebäudes begann 1769 – im selben Jahr wurden auch Napoleon Bonaparte und Alexander von Humboldt geboren. Damals wurde der Paradeplatz in der Festung gebaut und auch die neue Hauptwache. Das Gebäude wurde „Neue Wache“ genannt, da es am Philippstor und Wilhelmstor bereits Wachgebäude gab. Später, nach Auflösung der Bürgergarde, diente das Gebäude als Schmiede.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde – wo sich heute der neue Anbau befindet – eine giebelständige Scheune abgebrochen. Das Gebäude wurde im Rahmen des Umbaus komplett nach der Energieeinsparverordnung energetisch saniert. Das Erdgeschoss aus Mauerwerk erhielt eine Innendämmung. Im Obergeschoss wurden die oberste Geschossdecke und das Fachwerk mit Holzfaserplatten gedämmt.

Im Zuge der Arbeiten wurden verschiedene Balken statisch ertüchtigt. In Abstimmung mit der Denkmalpflege erhielt das Dach eine neue Biberschwanz-Eindeckung. Sämtliche Holzfenster wurden denkmalgerecht erneuert. Für die zukünftige Nutzung wurde in beiden Geschossen eine Toilette eingebaut. Die barrierefreie Erschließung erfolgt über den zusätzlichen Anbau, der auch unabhängig von den Öffnungszeiten genutzt werden kann.

Anbau mit moderner Architektur

Der Anbau hat bewusst eine moderne Architektursprache. So hebt er sich von dem historischen Gebäude ab und macht deutlich, dass er eine andere Bauzeit und auch eine andere Funktion hat. Die Büronutzung bedingte auch umfassende Arbeiten an der Elektro-Installation.

Alle Arbeitsplätze sind zeitgemäß ausgestattet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Fußbodenheizung. Die Sandsteinplatten wurden aus dem Bestand aufgearbeitet und neu verlegt. Der Innenausbau umfasste auch diverse Einbaumöbel, die einerseits einen Frontoffice-Bereich bilden und andererseits für genügend Stauraum sorgen. Etwa 15 Firmen waren an den eigentlichen Bauarbeiten beteiligt – wobei der Großteil aus Schwalmstadt und der Region kam. Für den Entwurf und die Ausführungsplanung war das Architekturbüro Sprengwerk verantwortlich.

Die weitere Bearbeitung und Bauleitung lag beim Büro Biskamp Architekten. Das Projekt umfasste insgesamt 218 Quadratmeter Bruttogrundrissfläche. Im Erdgeschoss sind zwei Büroarbeitsplätze und im Obergeschoss vier Büroarbeitsplätze entstanden. Zukünftige Nutzer der Räume sind das städtische Büro für Stadtmarketing und Tourismus, die Schwalm-Touristik sowie die Geschäftsstelle des Rotkäppchenlandes.

Momentan ziehen sukzessive die Mitarbeiter ein. Die Stadtverordneten hatten rund 700.000 Euro im Haushalt bereitgestellt. Diese Summe umfasste die Kosten für Kauf, Planung, Herstellung, Ausstattung und EDV. Das Projekt erhielt zudem Zuschüsse vom Bund-Länder-Programm Stadtumbau. Die bewilligten Städtebaufördermittel liegen bei rund 460.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei circa 240.000 Euro.

Die offizielle Eröffnung ist derzeit in der Planung. Für die breite Öffentlichkeit soll es zudem noch einen Tag der offenen Tür geben. Für beide Termine wird noch direkt eingeladen.

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