Nasskalte Neujahrs-Begrüßung

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Mutig: Auch in Neukirchen kämpften sich Schwimmer durchs eisige Wasser.

Neukirchen.  Um das neue Jahr zünftig zu begrüßen, veranstalten die Menschen weltweit verrückte Sachen. In Garmisch-Partenkirchen beispielsweise jagen Skifahrer die Olympiaschanze hinunter und fliegen ins Tal, anderswo stürzen sich die Menschen in die Fluten von Flüssen, Seen oder dem Meer.

So auch im Knüllstädtchen Neukirchen, wo sich die Schwimmabteilung des LTV alljährlich ein Stelldichein gibt. Zum Messen der Wassertemperatur reichten den Organisatoren in diesem Jahr einfachste Chemiekenntnisse, denn auf dem Becken schwamm eine vier Zentimeter dicke Eisschicht. Steffen Rößler stand in einer Anglerhose im Becken und beseitigte mit einem Spaten die letzten Eisschollen aus der "Fahrrinne", die fleißige Helfer bereits tags zuvor geschaffen hatten. "Null Grad Wassertemperatur und ein Grad in der Luft", lauteten die nicht gerade einladenden Badebedingungen, nichtsdestotrotz trafen nach und nach immer mehr wagemutige Schwimmer ein.

Horst Möller vom LTV begrüßte die Schwimmer sowie zahlreiche Gäste, die sich das eiskalte Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Nach einer kurzen Aufwärmrunde um das Freischwimmerbecken, verschwanden etwa 30 noch dick eingepackte Neujahrsbader in der Umkleidekabine des Hallenbads.  Unter Beifall der rund 40 Zuschauer reihten sie sich die Schwimmer an der Einstiegstreppe auf und warteten auf das Startsignal. "Wir begrüßen das neue Jahr mit einem L - T - V", riefen sie laut im Chor und dann stürzten sie sich in das eisige Wasser. Naja, eigentlich gingen sie eher zaghaft und jeder kleine Spritzer wurde mit einem lauten Aufschrei kommentiert. Viele versuchten möglichst lange durch das anfangs nur hüfthohe Wasser zu waten, doch spätestens ab der Hälfte der Bahn musste jeder mit Schwimmbewegungen beginnen.

Viele der Eisschwimmer trugen lieber eine Pudelmütze statt einer Badekappe, dadurch bewahrten sie sich zumindest warme Ohren. Nur die ganz Harten tauchten ihr Haupt sogar unter Wasser, denn das Ziel war klar: So schnell wie möglich bis zur Ausstiegsleiter paddeln und dann nichts wie raus aus der kalten grün-schimmernden Brühe.

Am Ziel standen schon Verwandte und Freunde bereit, die den warmen Bademantel oder das rettende Handtuch reichten, bevor die Schwimm-Heroen mit Gänsehaut in der warmen Schwimmhalle verschwanden. Während sich die Nicht-Schwimmer draußen versammelten und für die Anschaffung von Brillenhaltern in den Duschen spendeten, ließen die Eisbader den Jahresauftakt im 27 Grad warmen Wasser des Bewegungsbades ausklingen – bei frischen Krapfen und heißem Tee.

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