Nazi-Schmierereien auf Verkehrsschildern im Schwalm-Eder-Kreis

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Nazi Symbole Schwalm-Eder

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden in den Gemarkungen Schwalmstadt, Willingshausen und Frielendorf Schilder mit Nazi-Symbolen besprüht.

Schwalm-Eder. Hakenkreuze, SS-Runen und antisemitische Parolen: Symbole und Hetze aus dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Im Schwalm-Eder-Kreis derzeit leider sehr präsent. Doch, was ist eigentlich passiert?Nach Angaben der Polizei Homberg haben in der Nacht von Freitag auf Samstag eine oder mehrere Personen Straßenschilder in den Gemarkungen Willingshausen, Schwalmstadt und Frielendorf mit den verbotenen Symbolen und Parolen beschmiert. Wie Polizei-Pressesprecher Markus Brettschneider auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt, seien die Schmierereien am Samstagmorgen in Frielendorf gemeldet worden.

"Momentan konnten wir insgesamt 18 Verkehrszeichen feststellen, die mit Hakenkreuzen und anderen verbotenen Symbolen sowie antisemitischen Parolen angesprüht wurden", erklärt Brettschneider. Aufgrund des großen Radius, in dem Schilder beschmutzt worden sind, geht die Polizei davon aus, dass der oder die Täter mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sein müssen. "Die Staatsschutzabteilung der Kripo ermittelt. Im Moment können wir aber noch nicht sagen, ob eine rechte Gruppierung hinter der Tat steckt", sagt der Pressesprecher. Die Schmierereien seien auf keinen Fall zu bagatellisieren, so Brettschneider, zeigt sich aber gleichzeitig nicht verwundert: "Wir mussten damit rechnen, dass so etwas wieder passiert." Fest steht: Werden die Täter gefasst, drohen saftige Strafen (siehe Extra-Info).

Entsetzen bei Schulleitung und Abiturienten

Besonders groß war die Empörung auch bei Schulleitung und Schülern der Melanchthon-Schule Steinatal. Hier hatten sich die Hetz-Schmierer am Einfahrtsschild des Gymnasiums direkt an der B454 vergangen. Bis Montag-nachmittag war hier noch in großen Lettern der Name des ehemaligen Konzentrationslagers der Nationalsozialisten "Auschwitz" zu lesen.Schulleiter Claus-Hartwig Otto weilte am Samstag bei einer Fortbildung in Berlin. Von den Schmierereien habe er von Schülern erfahren. "Ich habe am Samstagmorgen einen Anruf von Abiturienten unserer Schule bekommen, die völlig entsetzt darüber waren", erklärt Otto auf Anfrage des SCHWÄLMER BOTE.

Dem Schulleiter sei vor allem wichtig, dass seine Abiturienten nicht mit der Tat in Verbindung gebracht werden. "Die Melanchthon-Schule verwahrt sich gegen jegliche Form von Rassismus und Antisemitisums. Unsere Abiturienten haben damit nichts zu tun", betont Otto. Aus aktuellem Anlass habe der Schulleiter die Vorfälle in der wöchentlichen Andacht der Schulgemeinde am Montagmorgen thematisiert.Für die Säuberung des Schul-Schildes ist die Gemeinde Willingshausen zuständig. "Die Gemeinde hat erst am Montagmorgen durch einen Anruf von uns davon erfahren. Hier wurde jedoch schnell reagiert und das Schild erst einmal entfernt", sagt Otto.

Für den Schaden blecht der Steuerzahler

Auch in den anderen betroffenen Kommunen müssen die beschmutzten Straßenschilder wohl erneuert werden. Wie die Straßenmeisterei Schwalmstadt bestätigt, sei eine Reinigung fast unmöglich, weil so die reflektierende Folie beschädigt würde. Da die betroffenen Schilder an Bundesstraßen liegen, müsse für die Instandsetzung auch der Bund aufkommen und somit die Steuerzahler, so die Straßenmeisterei. Markus Brettschneider hierzu: "Hier kann man von Kosten in Höhe von mehreren tausend Euro ausgehen."

Die Polizei in Homberg bittet weiterhin um Zeugenhinweise unter Tel. 05681-7740.

+++EXTRA-INFO+++

Was droht den Hetz-Schmierern?

Die Schmierer haben sich in zwei Fällen strafbar gemacht. Wie Polizei-Pressesprecher Markus Brettschneider mitteilt, müssen sich die Täter, sofern sie gefasst werden, unter anderem wegen Sachbeschädigung in mehreren Fällen verantworten. Zudem würde hier der Paragraph 86a – "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" – des Strafgesetzbuches greifen. Hier ist mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren zu rechnen.

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