Neubau in Schwalmstadt: Hephata-Klinik erhält Epilepsie-Station

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Hier entsteht die neue Epilepsie-Station der Hephata-Klinik in Treysa.

Die Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa baut eine neue Epilepsie-Station für Menschen mit Behinderungen und schließt damit eine Versorgungslücke in Hessen.

Die Hephata Diakonie baut eine neue Epilepsiestation für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Die neue Station wird Teil der Hephata-Klinik in Treysa und schließt eine Versorgungslücke in Hessen. Die Bauarbeiten haben im Oktober begonnen, die Eröffnung ist für das Frühjahr 2020 geplant.

„Für Patienten mit Mehrfachbehinderung und der Fragestellung einer Epilepsie ist eine andere räumliche und personelle Ausstattung nötig als bei Patienten ohne Behinderungen“, sagt Dr. Bernd Schade, Neurologe und Chefarzt der Hephata-Klinik. Patienten mit Mehrfachbehinderungen könnten zum einen oftmals selbst nicht sagen, welche Symptome wann aufträten, besser oder schlechter würden. Zum anderen tolerierten sie auch nicht immer problemlos Langzeituntersuchungen wie ein 24-Stunden-EEG.

„Bei der Diagnosestellung und Behandlung sind viel Erfahrung, Beobachtung und Begleitung entscheidend“, so Schade. Das führe dazu, dass der Therapieverlauf von Menschen mit Mehrfachbehinderung, bei denen eine Epilepsie diagnostiziert oder vermutet worden sei, häufig nicht regelmäßig überprüft würde. „Die Patienten werden auf ein Medikament eingestellt, das sie vielleicht 15 Jahre lang nehmen, in der Zwischenzeit sind aber ganz neue Medikamente auf den Markt gekommen, die besser sind und weniger Nebenwirkungen haben. Uns geht es nicht nur darum, die epileptischen Anfälle zu verringern, sondern auch darum, die Lebensqualität zu steigern“, sagt Neurologe und Oberarzt Dr. Sirous Javidi.

Schade und Javidi werden die neue Station leiten. Diese bildet personell, räumlich und funktional eine eigene Einheit, die mit einem Verbindungsgang an die bestehende Klinik angedockt wird. Die Station wird 16 Betten umfassen und unter anderem mit barrierefreien Sanitäranlagen, höhenverstellbaren Toiletten, Badewannenlifter im Stationsbad und einer Therapieküche ausgestattet sein. Hinzu kommen Räume, in die sich die Patienten zurückziehen und entspannen können, beispielsweise ein Snoezelraum, sowie ein eigenes Schutzkonzept, das sich unter anderem in speziell gesicherten Elektrogeräten und Steckdosen zeigt.

In Ausnahmefällen können auch Angehörige und Betreuer bei den Patienten in der Klinik bleiben. „Es ist wichtig, eine vertraute und persönliche Atmosphäre zu schaffen. In der Regel dauert ein Aufenthalt mit Diagnose, Medikamenten-Ein- oder Umstellung rund drei Wochen“, so Schade. Zudem könnten die Patienten im benachbarten Medizinischen Versorgungs-Zentrum (MVZ) ambulant weiterbetreut oder auch bei zusätzlichen psychiatrischen Fragestellungen den Kollegen in der Klinik vorgestellt werden. Für das Projekt sind Investitionen in Höhe von 3,9 Millionen Euro nötig, von denen das Land Hessen 3,6 Millionen Euro und die Hephata Diakonie 300.000 Euro übernehmen.

Die Gesamtzahl der Betten der Fachklinik für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie ändert sich durch den Neubau nicht. „Wir strukturieren die Verteilung der 45 Betten unserer Neurologie neu, dadurch gewinnen wir im Rest der Klinik mehr Platz, zum Beispiel für diagnostische Technik direkt auf den Stationen“, sagt Klinik-Geschäftsführerin Iris Frech. Auch die Behandlung von Epilepsiepatienten mit Mehrfachbehinderung ist in der Hephata-Klinik nicht neu. Allerdings ist dies bislang nur in nicht barrierefreien Zimmern und nach mitunter langen Wartezeiten möglich. Schade: „Der Bedarf für die Station ist auf jeden Fall da. Seit bekannt ist, dass wir die Station planen, erreichen mich Anfragen aus ganz Hessen und Deutschland.“

Wer Interesse an einer Mitarbeit in der neuen Station der Hephata-Klinik hat, kann sich an Pflegedienstleiterin Diakonin Inge Wickert unter Tel. 06691-182007 oder per E-Mail an inge.wickert@hephata.de wenden.

EXTRA-INFO zur Hephata-Klinik:

Die Hephata-Klinik hat eine Neurologie mit 45 Betten, eine Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (48 Betten), eine angeschlossene Tagesklinik (13 Plätze) und eine Psychiatrische Institutsambulanz. Insgesamt 115 Mitarbeitende sind für durchschnittlich rund 3.000 Patienten pro Jahr da.

In der Neurologie behandeln die interdisziplinären Teams aus Ärzten, Therapeuten und Pflegenden schwerpunktmäßig Schlaganfall-Patienten sowie Patienten mit Multipler Sklerose und mit Epilepsien. In der Psychiatrie zählen zu den behandelten Diagnosen unter anderem Depressionen, Demenzerkrankungen, bipolare Störungen, Schizophrenie und Abhängigkeitserkrankungen. Überregional bekannt ist die Klinik für ihr Schlaflabor. Die Klinik ist auch Sitz der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin.

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