Neukirchen: Maria Haas gewinnt Deutsche Meisterschaft im Sportschießen

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Gutes Auge und eine ruhige Hand: Mit ausgestrecktem Arm zielt Maria Haas auf die 10er Ringscheibe.

Maria Haas aus Seigertshausen trainiert mehrmals pro Woche ihre Schusstechnik und zu Hause zusätzlich die Bewegungsabläufe. Für ihren Fleiß wurde sie nun mit der Deutschen Meisterschaft belohnt.

Neukirchen-Seigertshausen. Ein gutes Auge und eine ruhige Hand sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg beim Sportschießen. Maria Haas aus Seigertshausen verfügt über beides exzellent. Das bewies sie kürzlich bei den Deutschen Meisterschaften in München, wo sich die 18-Jährige mit der Hessenauswahl den Titel der Juniorinnen in der Kombination Sportpistole holte.

536 von 600 möglichen Ringen traf die Schützin mit der Sportpistole, gemeinsam mit den Ergebnissen ihrer beiden Teamkameradinnen reichte es für Platz Eins. In zwei Durchgängen müssen dabei jeweils 30 Schuss auf eine Zielscheibe abgegeben werden, die in 25 Metern Entfernung aufgestellt ist. Im ersten Teil kommt es vor allem auf Präzision an, in der zweiten Disziplin „Duell“ geht es obendrein um Schnelligkeit, denn die Scheibe ist immer nur für drei Sekunden sichtbar.

Training im Verein und zu Hause

Auch mit der Luftpistole war das hessische Trio erfolgreich und erreichte am Ende Bronze. „Man musste sich schon sehr konzentrieren, denn das Publikum macht richtig Stimmung“, erinnert sich die junge Athletin an das besondere Flair in der Olympia-Schießanlage. Ihr sportliches Zuhause ist derzeit der Schützenverein Neukirchen, wo sie zwei- bis dreimal pro Woche trainiert. „Bei jeder Einheit gebe ich etwa 80 bis 100 Schuss ab“, lautet ihre Bilanz, „zuhause mache ich zusätzliches Trockentraining, um die Bewegungsabläufe zu automatisieren“.

Mit dem Sprung in den Hessen-Kader erweiterte sich das Pensum. Nun fährt sie fast jeden Monat für zwei Tage ins Landesleistungszentrum nach Frankfurt, wo sie unter anderem von den Bundestrainern betreut wird. Hinzu kommen jährlich zwei mehrtägige Lehrgänge und in der Woche vor der Deutschen Meisterschaft wird komplett in Südhessen trainiert.

Aktuell tritt Maria noch bei den B-Juniorinnen an, ab 2018 für zwei Jahre als A-Juniorin und anschließend bei den Damen. „Das funktioniert nur mit der Unterstützung durch den Verein, vor allem aber durch die Hilfe meines Vaters“, zeigt sich die Nachwuchsschützin überaus dankbar.

Schieß-Gen vom Papa

Papa Holger hat das „Schieß-Gen“ vererbt, denn seit mehr als 35 Jahren ist auch er aktiv. Neben ihren sportlichen Aktivitäten bereitet sich die 18-Jährige auf ihr Abitur im kommenden Jahr vor. Mit dem Abschluss in der Tasche möchte sie erst einmal eine Ausbildung im Rettungsdienst machen. „Mein Traum wäre allerdings Ärztin“, strahlt sie beim Blick in die Zukunft.

Auch sportlich hat sie sich einiges vorgenommen. „Ich würde gern in der Luftpistolen-Bundesliga schießen und natürlich den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen“, beschreibt sie ihre Ziele. Ihr großes Vorbild ist Sportschützin Monika Karsch, die in Rio Olympia-Zweite wurde. Vermutlich warten die Olympia-Städte Tokio (2020), Paris (2024) oder Los Angeles (2028) bereits auf die ehrgeizige Schützin aus Seigertshausen – bis dahin wird Maria allerdings noch so manchen Schuss am Schießstand im Neukirchener Eichwald abgegeben haben.

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