EAE in Neukirchen: Polizei gibt Infos zur Brandursache

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Nach dem Brand in der künftigen Flüchtlingsunterkunft in Neukirchen, gibt die Polizei nun erste Ergebnisse ihrer Ermittlungen bekannt.

Neukirchen. Ein Bild der Verwüstung bietet sich im Neukirchener Urbachtal. Denn dort wurde die ehemalige Reha-Klinik seit ihrer Schließung im Jahr 2001 immer wieder von Vandalen heimgesucht. Etliche Fensterscheiben sind demoliert, Türen kaputt. Überall auf dem Grundstück liegen Möbel und altes Inventar aus den Innenräumen der Klinik herum.

Doch damit nicht genug. Am vergangenen Sonntag fingen ein paar alte, auf dem Fußboden liegende Akten Feuer. Ein Zeuge wurde auf die Rauchentwicklung aufmerksam und setzte sofort den Notruf ab. Als Neukirchens Stadtbrandinspektor Andreas Keßler hörte, dass es in der ehemaligen Reha-Klinik brennt, alarmierte er sofort die benachbarten Wehren. Wie sich dann jedoch herausstellte, ging der Schwelbrand noch einmal glimpflich aus. Er konnte schnell und mit wenig Wasser gelöscht werden.

Situation ist angespannt

Was dann blieb, war die Frage nach der Brandursache. Steckten möglicherweise Brandtstifter mit politischen Motiven dahinter? Schließlich steht seit Anfang Oktober fest: Die Reha-Klinik im Urbachtal soll schon bald als neue Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge dienen. Dann könnten dort bis zu 1.000 Menschen unterkommen (wir berichten hier). Um die Frage nach der Brandursache zu klären, nahm die Kriminalpolizei in Homberg sofort die Ermittlungen auf.

"Die Situation ist angespannt. Die Unterbringung der Flüchtlinge ist aktuell überall in Neukirchen Thema", gab Bürgermeister Klemens Olbrich auf Nachfrage unserer Zeitung zu. Laut Olbrich sorge sich ein Teil der Neukirchener Bürger, ob die Anzahl der Flüchtlinge nicht schon bald in einem Ungleichverhältnis zur Einwohnerzahl stehen könnte. "Angst muss hier aber niemand haben", stellt der Rathaus-Chef vertrauenswürdig klar. Fast 24 Stunden nach dem Brand im Urbachtal lag dann auch das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen vor.

Fahrlässiges Inbrandsetzen

Polizeisprecher Volker Schulz gab offiziell bekannt: "Es gibt keine Spuren und Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. Eine Eigenentzündung durch einen Kurzschluss kann ausgeschlossen werden, da es in dem gesamten Gebäude keinen Strom gibt." Zudem seien keine Brandbeschleuniger aufgefunden worden.

Die Kriminalpolizei gehe davon aus, dass der Schwelbrand durch fahrlässiges Inbrandsetzen verursacht wurde. Schulz vermutet, dass eine arglos weggeworfene Zigarettenkippe verantwortlich sei. Schließlich haben sich im Raum sehr viele Zigaretten-Stummel befunden. Vermutlich wurde das Büro in der verlassenen Klinik von Jugendlichen für heimliche Treffen genutzt.

Wegen Herbeiführen einer Brandgefahr und Hausfriedensbruch ermittelt die Polizei nun weiter. Für sachdienliche Hinweise: Tel. 05681-7740.

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