Neuntes Oldtimertreffen fand in Neukirchen statt

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Alte Traktoren und Bundeswehrfahrzeuge konnten die Besucher am Wochenende in Neukirchen bestaunen.

Neukirchen. Polierter Chrom und rostiges Blech gaben sich am Wochenende ein Stelldichein in Neukirchen. Bereits zum neunten Mal hatten die Oldtimerfreunde Urbachtal zum Treffen eingeladen. Alte Schlepper, schmucke Pkw und erfahrene Motorräder reihten sich auf dem Festplatz aneinander.

Während die Fahrzeuge mindestens dreißig Jahre und bisweilen noch viel mehr auf dem Buckel hatten, fanden sich unter den Besuchern Fans aus drei Generationen. Der zehnjährige Lorenz Stern aus Kassel, regelmäßiger Leser der Zeitschrift „Oldtimer Traktor“, zeigte sich begeistert von den alten Schätzchen. „Bei meinem Opa in Wiera haben wir auch noch mehrere Schlepper stehen“, erzählte er stolz.

Konstantin Emrich und seine Vereinskameraden von der Interessengemeinschaft „Ahle Bulldogge us Angeschbach oh Lannehuse” aus dem Vogelsberg statteten ihren Freunden im Knüll einen Besuch ab und bestaunten vor allem den Hanomag R55 von Mario Pflanz, der 1954 in Hannover vom Band gelaufen war. Gemeinsam mit Sohn Marvin stellte er noch drei weitere Traktoren aus.

Außerdem glänzte ein Opel Olympia Rekord, Baujahr ‘57, in der Maisonne. Hans Brethauer aus Ottrau machte deutlich, dass weder er, noch seine NSU Fox zum alten Eisen gehörten. Der 80-jährige gelernte Maschinenschlosser besitzt noch zehn weitere Motorräder, die er zum Teil aus desolatem Zustand wieder zu neuem Leben erweckt hatte.

Am Samstagnachmittag erreichte eine kleine Unimog-Kolonne den Platz. Dieter Ostermeier und seine beiden Begleiter hatten sich mit ihren betagten Arbeitstieren aus der Wetterau auf den Weg gemacht. „Jetzt tut uns der Hintern weh“, sagte der 76-Jährige, als er nach rund 100 Kilometern aus dem engen Fahrerhaus des Allradlers von 1965 kletterte. Maximilian Grund und Julian Schneider, viele Jahrzehnte jünger als ihre beiden Schlepper, zeigten anschaulich, wie man den 11er Deutz von 1948 von Hand ankurbelt.

Nach und nach füllte sich der Platz, Neuankömmlinge wurden in der Anmeldung registriert, die sich im sogenannten „Nato-Koffer“ eines ausrangierten Bundeswehr-MANs befand. Karl-Wilhelm Grieneisen aus Bad Wildungen konnte so manche Anekdote über diese Fahrzeuge der Erstausstattung erzählen. Als ehemaliger Fahrschullehrer hatte er unzählige Rekruten auf einem ähnlichen Modell geschult, das dem Fahrer noch vollen Körpereinsatz beim Lenken ohne Servo-Unterstützung abverlangte. Im Laufe der beiden Tage waren an die 200 Oldtimer zu sehen, die gute Resonanz zeigte deutlich das ungebrochene Interesse an der alten Technik.

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