Neuseeland: Exil-Schwälmer verbringen Weihnachten unter Palmen

Bereit für das Fest: Andrea Faust und Hartmut „Hardy“ Godenau feiern Weihnachten gemeinsam mit ihrem Hund „Pepper“ nach deutscher Tradition, aber unter Palmen bei fast 20 Grad Celsius. Foto: Knauff-Oliver

Die gebürtigen Schwälmer Andrea Faust und Hartmut Godenau leben seit 20 Jahren in Neuseeland. Sie erleben Weihnachten bei 20 Grad Celsius unter Palmen

Von HEIKE KNAUFF-OLIVER

Schwalm-Eder/Neuseeland. Wenn Andrea  Faust und Hartmut "Hardy" Godenau an Heiligabend auf ihrer Veranda im neuseeländischen Whangarei sitzen, schweifen ihre Blicke über das weite Land. Berge und Täler, grün, soweit das Auge reicht.

Ein kleines Paradies haben sich die beiden Schwälmer hier auf 8.000 Quadratmetern geschaffen. Vor 20 Jahren verließen die gebürtige Willingshäuserin und der Schwalmstädter ihre Heimat. Die Hoffnung auf ein neues, spannendes Leben zog sie in die Großstadt Auckland. Vor 13 Jahren aber tauschten sie das Großstadt-Feeling gegen die ländliche Idylle von Whangerei ein.Ihr dortiges Wonhhaus mit Nebengebäude ist von Palmen und Bananenstauden umgeben. Nur einige Meter weiter grasen Kühe und Schafe.

Das Immobiliengeschäft von Faust und Godenau läuft gut und an Freunden und Bekannten mangelt es ihnen auch nicht. Viele Zuwanderer aus Europa haben sich in den vergangenen Jahren hier niedergelassen. Vulkanisch fruchtbare Böden, die Nähe des Ozeans und das pazifische Klima sorgen für hochwertige Lebensbedingungen. "Vor allem die lästige Bürokratie fehlt mir nicht", sagt Godenau lächelnd. Einen Wermutstropfen aber gebe es dennoch. Denn: "Besonders an Heiligabend kommt immer ein wenig Heimweh auf. Da vermisse ich Deutschland, die Freunde, die Familie", gibt Faust zu.  Neuseeländer feiern nicht etwa den 24. Dezember, sondern nach englischem Brauch den Weihnachtstag.

Schwälmer Platt am Pazifik

Das heißt: Bescherung ist am Morgen des 25. Dezember. "Wir leben aber unser deutsches Brauchtum hier weiter", sagt Faust.  "Mit dem Zeitunterschied von zwölf Stunden feiern wir dann fast zeitgleich mit der Familie in Deutschland", erklärt Godenau. "Neuseeländer feiern Weihnachten mit Barbecues, leckerem Fisch und Pavelova zum Nachtisch,  trinken eher Wein und Champagner. Wir aber trinken Bier und grillen Bratwurst und Leberkäse", so der gebürtige Trutzhainer, der deutsches Weihnachtsgebäck und besonders Dominosteine vermisst.Bratwurst nach deutschem Rezept mache nur ein südafrikanischer Metzger in Auckland. Ebenfalls von dort versorge sie der Bäcker Ingo Diehl (ein Einwanderer aus Frankfurt) mit deutschem Brot.  Das werde extra aus dem fast drei Stunden Fahrtzeit entfernten Auckland geliefert. "Leider gibt es keine Kartoffelwurst", sagt Faust.

Die nächsten Tage verlaufen nach neuseeländischem Brauch. Den "Boxingday" – den zweiten Weihnachtsfeiertag – verbringen sie mit Freunden. In diesem Jahr hat sich wieder Besuch aus Merzhausen angesagt.  Faust freue sich besonders darauf, endlich wieder Schwälmer Platt sprechen zu können.

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