Noch mehr Leerstand in Treysa? Leder-Korell & Euronics schließen

Ausverkauf in Schwalmstadt: In seiner Treysaer Euronics-Filiale verkauft Geschäfts-Inhaber Marco Körner sein gesamtes Sortiment zu Sonderpreisen. 	Fotos: Seeger
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Ausverkauf in Schwalmstadt: In seiner Treysaer Euronics-Filiale verkauft Geschäfts-Inhaber Marco Körner sein gesamtes Sortiment zu Sonderpreisen. Fotos: Seeger

Treysa: Die Fachgeschäfte Leder-Korell und Euronics schließen - Schwälmer Kundendienst und Borkener Filiale des Elekttro-Fachmarkts bleiben bestehen.

Schwalmstadt/Borken. Mit dem Elektrofachmarkt Euronics hat nun schon das zweite Geschäft in der Treysaer Wagnergasse binnen weniger Wochen mit dem Ausverkauf begonnen. Geschäftsinhaber Marco Körner und sein Team haben die Preise ihrer Waren drastisch reduziert. Der Euronics-Ausverkauf läuft noch bis Samstag, 12. November. Anschließend wird zwar die Filiale in Treysa geschlossen – "aber unsere Kunden lassen wir trotzdem nicht im Regen stehen", verspricht Körner. Denn ein wichtiger Euronics-Mitarbeiter bleibt vor Ort: Kundendienst-Techniker Heiko Sieder. Er ist weiterhin unter der Telefonnummer 06691-1257 zu erreichen und fährt innerhalb der Schwalm überall dort hin, wo es "brennt". Wer Fragen und Wünsche hat, kann sich aber auch in der Filiale in Borken melden.

Preise im Internet sind nicht Grund für die Schließung

Geschäftsinhaber Marco Körner sieht mehrere Gründe für die notwendig gewordene Schließung der Treysaer Euronics-Filiale: "Die Miete ist zu hoch und die Lage ist nicht die beste. Außerdem ist es nicht einfach, gutes Fachpersonal zu finden." Natürlich mache dem Einzelhandel auch das Internet zu schaffen. "Aber es ist nicht der Preis, der uns vor Herausforderungen stellt, sondern die Bequemlichkeit der Verbraucher", stellt Körner klar.

Körner plant einen neuen Online-Shop

Während in Treysa der Ausverkauf im vollen Gange ist, stellt sich Körner bereits für die Zukunft auf. Er plant einen Online-Shop für Kunden aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Der Geschäftsmann sei bereits mit einem großen, deutschen Handy-Hersteller im Gespräch. Der habe Interesse, von Körners geplantem Vertriebsweg Gebrauch zu machen. "Und vielleicht springen noch weitaus mehr Händler aus verschiedenen Branchen auf den Zug", hofft Körner. Eine weitere Idee, die dem Euronics-Geschäftsinhaber im Kopf herumschwirrt, ist ein Hol- und Bringservice. "Wir könnten Kunden in und um Schwalmstadt abholen, sie mit ins Geschäft nach Borken nehmen und anschließend wieder nach Hause bringen", so Körners Vision.

Auch bei Leder-Korell gehen zum Jahresende die Lichter aus

Bereits am 19. Oktober hat der Ausverkauf im Lederfachgeschäft "Leder Korell" begonnen. Hier wird das gesamte Sortiment noch bis zum 30. Dezember zu Niedrigpreisen verkauft. "Der Ausverkauf wird von Kunden sehr gut angenommen. Sie kommen zum Teil sogar aus dem weiten Umland", sagt Doris Maier. Oft bekommt die Verkäuferin zu hören, wie bedauernswert ihre Kunden die Schließung des Geschäfts finden. Schließlich handelt es sich bei Leder Korell um ein Treysaer Traditionsgeschäft. "Erst neulich war eine Großmutter hier, die für ihren Enkel einen Schulranzen kaufte. Sie erzählte uns, dass sie hier schon für mehrere Generationen Ranzen und Taschen gekauft hat." Der ehemalige Geschäftsinhaber Herbert Korell gab den Laden 1999 an Rolf Lingenberg weiter.

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