Ottrau: Einwohner erarbeiten Entwicklungskonzept für ihre Dörfer

Die Einwohner der Gemeinde Ottrau haben die einmalige Möglichkeit, an der Entwicklung ihrer Dörfer mitzuwirken. Ein Förderprogramm des Landes Hessen macht’s möglich.

Ottrau. „Es ist die einmalige Chance, eigene Ideen in die Zukunft zu tragen“, schwärmt Norbert Miltz. Unsere Redaktion traf Ottraus Bürgermeister in der vergangenen Woche in seinem Büro. Anlass war die Dorfentwicklung 2017, ein Förderprogramm des Landes Hessen, bei dem erstmals nicht nur ein Ortsteil, sondern die gesamte Gemeinde Ottrau bis 2024 Förderschwerpunkt ist. Im September vergangenen Jahres wurde sie ins Förderprogramm aufgenommen. Seither gilt es, die Bürger ins Boot zu holen. Per Flyer und Infoabend wurde auf die Bürgerbeteiligung aufmerksam gemacht. Dann konnte es losgehen.

Den Anfang macht ein Entwicklungskonzept. Das wird von der Bevölkerung unter Mithilfe von Fachbüros erstellt. „Zwei sogenannte Ikek-Foren dienten der Ideenfindung. Das war schon sehr interessant. Für viele Bürger war es eine völlig neue Erfahrung. Sie saßen vor leeren Zetteln und fingen an, aktiv ein Konzept zu erarbeiten“, erklärt Miltz. Noch bis zum 31. Juli wird in verschiedenen Arbeitsgruppen weiterhin an dessen Ausarbeitung gefeilt.

Ottraus Bürgermeister Norbert Miltz.

Neben den Themen Nahversorgung, Mobilität und Leerstand sollen auch Angebote für Senioren und Ehrenamtliche entwickelt werden. Die Fördermöglichkeiten umfassen neben Investitionen in Gebäude und Grundversorgung auch soziale und kulturelle Vorhaben sowie Dienstleis-tungen für Beratung, Moderation und Marketingmaßnahmen für Innenentwicklungsprojekte. Darüber hinaus ist der Abriss von Gebäuden möglich. „Die Dorfentwicklung ist in meinen Augen die einmalige Möglichkeit, gemeinsam mit engagierten Bürgern unsere Dörfer aufzuwerten“, bringt es Miltz auf den Punkt.

Problem nur: „Es wissen noch nicht alle, welche Chance sie hier gerade bekommen.“ Und dabei ist ihre Mithilfe doch so wichtig, schließlich ist das individuell erstellte integrierte kommunale Entwicklungskonzept (Ikek), an dem aktuell gearbeitet wird, zwingende Voraussetzung für eine spätere Förderung der einzelnen Projekte. „Auch wer sich bislang noch nicht beteiligt hat, kann das jetzt noch tun“, stellt Miltz klar. An das Ende der Arbeitsgruppenphase schließen sich ein Kolloquium und das Controlling durch die Kreisverwaltung an. Im Herbst führt auch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen („WIBank“) ein Controlling durch.

Am 3. November folgen das dritte Ikek-Forum und eine Abschlussdokumentation. Im Dezember schließlich hat die Ottrauer Gemeindevertretung darüber abzustimmen, ob und welche Einzelprojekte sie in die Tat umsetzen wird.

Rubriklistenbild: © Seeger

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