Petra Ziegert-Postleb kümmert sich um verwaiste Katzen

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Die Erste Vorsitzende der Tiernothilfe Schwalmstadt hat ein großes Herz für hilsbedürftige Tiere. Bis zu 18 Katzen kommen bei ihr zu Hause unter.

Schwalmstadt. Weiß und grau blitzt es aus der Transportbox heraus. Ein leises Miauen ist zu hören. Langsam strecken sich acht Beine und zwei kleine Köpfchen kommen hinter der Decke hervor. Kurz darauf springen die Katzenbabys im Esszimmer umher, fangen sich gegenseitig und rollen sich ineinander verknotet über den Boden.Langweilig wird es bei Petra Ziegert-Postleb nie. Sie ist Erste Vorsitzende der Tiernothilfe Schwalmstadt. Da versteht es sich von selbst, dass sie ihr Haus als Katzenpflegestelle zur Verfügung stellt. Bis zu 18 Samtpfoten beherbergt sie – acht davon gehören ihr.

Ein Leben für Tiere

Ständig klingelt das Telefon. Ein Tier ist entlaufen, ein anderes wurde gerade verletzt aufgefunden. Auch nachts hat sie

keine Ruhe. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sie im strömenden Regen eine verletzte Katze einfängt. "Wir waren nass bis auf die Unterhose", erinnert sich Ziegert-Postleb. Die Rettung kam allerdings zu spät. Zu schwer waren die Verletzungen. "Man darf das nicht zu nah an sich heranlassen", erklärt sie. "Ich habe dem Tier ein langes Leiden erspart. So muss man das sehen."

Neben traurigen Momenten, gibt es aber auch viele schöne Erlebnisse. Erst vor Kurzem hat sie zwei kleinen Katzen das Leben gerettet. Mit der Flasche hat sie die Findelkinder großgezogen und jetzt springen sie munter umher. "Sobald sie geimpft sind, werden sie vermittelt", sagt die Katzenmama. Doch bekommt lange nicht jeder einen ihrer Schützlinge. "Ich schaue mir die Familie sehr genau an, bevor ich die Katzen abgebe." Traurig ist sie nicht, wenn sie die Katzen vermittelt. "Ich weiß, dass es ihnen gut geht. Außerdem gibt es noch viele weitere Katzen, die Hilfe benötigen."

Wenig Zeit für sich selbst

Viel Freizeit bleibt der engagierten Tierschützerin nicht. Die Busfahrerin muss Beruf, Privatleben und ihre Katzen unter einen Hut bringen. "Ohne die Unterstützung von meiner Familie wäre das alles gar nicht machbar", erzählt sie. Erst gestern bekam sie drei neue Katzenkinder, die sie mit der Flasche großziehen muss. Alle zwei Stunden bekommen die Kleinen die Flasche. Das ist allein nicht zu stemmen. Trotzdem sorgt sie leidenschaftlich gern für ihre Schützlinge. "Ich bekomme so viel von den Tieren zurück", erzählt Ziegert-Postleb, während sich eine kleine schwarze Katze an sie kuschelt. Mit ihren roten,

geschwollenen Augen blickt sie ihre Retterin an. Antibiotika und Augencreme bekommt die Patientin täglich. Das muss alles bezahlt werden. "Einen Teil kann ich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren", erzählt Ziegert-Postleb. Einen Großteil bezahlt sie aus eigener Tasche.

Mehr als nur ein Ehrenamt

Die Katzenpflegestelle ist nur ein Teil ihrer Arbeit für die Tiernothilfe. Mit ihren Kollegen fängt sie beispielsweise wilde Katzen ein, um sie kastrieren zu lassen. "Danach lassen wir sie wieder frei", erklärt sie. Nur so könne die Katzenpopulation

kontrolliert werden. Auch bei der Vermittlung werde darauf geachtet. Katzen, die alt genug sind, werden nur kastriert vermittelt. Katzenbesitzer, die finanzielle Schwierigkeiten haben, können ebenfalls auf Unterstützung hoffen. "Wir geben einen finanziellen Zuschuss, wenn die Besitzer bereit sind, ihre Katzen kastrieren zu lassen", erklärt Ziegert-Postleb. Auch diejenigen, die sich Tierfutter oder Tierarztkosten nicht leisten können, werden unterstützt.

Aufgaben, die viel von der 54-Jährigen abverlangen. Und trotzdem gibt es nichts Schöneres für sie. "Ich sage immer: ich habe zwei Berufe. Für den einen werde ich bezahlt, der andere macht mir Spaß", erklärt die Busfahrerin lachend.  Währenddessen spielen die drei Kleinsten mit Rasselbällen und jagen sich gegenseitig durch das Esszimmer. Lächelnd schaut sie auf ihre Schützlinge. "Für diese Momente lebe ich" sagt sie.

+++ Extra Info +++

Damit Petra Ziegert-Postleb und ihre Kollegen der Tiernothilfe Schwalmstadt auch weiterhin Tieren in Not helfen können, sind sie auf Futter- und Geldspenden angewiesen. Betrag ist hilfreich:

VR-Bank Hessenland e.G.IBAN: DE 39530932000002026830BIC: GENODE51ALS

Kreissparkasse Schwalm-EderIBAN: DE 51520521540200015857BIC: HELADEF1MEG

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