Plus-Size Modelcontest: Neukirchenerin und Olberöderin stehen im Finale

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Freuen sich auf das Finale: Madeline Günther (l.) und Ann-Christine Schwalm.  

Die zwei 30-Jährigen Frauen stehen zu ihren Kurven und sind zurecht ins Finale des Wettbewerbs "Fräulein Kurvig" eingezogen.

Neukirchen/Olberode. Ein bezauberndes Lächeln, eine tolle Ausstrahlung – Ann-Christine Schwalm aus Neukirchen und Madeline Günther aus Olberode sind zwei wunderschöne, junge Frauen. Trotzdem würden sie die meisten Modelagenturen knallhart ablehnen. Der Grund: Die zwei Frauen tragen keine 34, sondern Kurven. Und auf jede einzelne sind sie stolz.

So stolz, dass sie sich kurzerhand bei einem Modelcontest beworben haben, der genau solche wunderschön normalen Frauen sucht. „Den Aufruf haben wir beide unabhängig voneinander bei Facebook gesehen. Wir kannten uns schon vorher, wussten aber anfangs nichts von der Teilnahme der jeweils anderen“, sagt Schwalm.

Schnell waren die passenden Fotos ausgesucht und die Bewerbung auf dem Weg zu Melanie Hauptmanns, der Initiatorin des Contests „Fräulein Kurvig – Deutschlands schönste Kurven“ (siehe Extra-Info). „Wir haben das beide sehr locker genommen und uns erstmal keine großen Hoffnungen gemacht“, sagt Schwalm. Umso größer war dann die Überraschung als die beiden die Einladung zum Halbfinale erreichte – und 98 weitere Frauen.

Erste Herausforderung: Laufen in hohen Schuhen

„In Düsseldorf mussten wir drei Minuten lang etwas über uns erzählen oder vorführen und ein paar Mal auf hohen Schuhen hin und her laufen“, erzählt Günther. Ohne Lauftraining und als überzeugte Flachschuh-Trägerinnen war das für die 30-Jährigen die erste Herausforderung, die sie aber ohne Probleme gemeistert hätten.

Alles hat seine Ordnung: Beim Halbfinale wurden die Maße aller Teilnehmerinnen genommen, auch die von Ann-Christine Schwalm.

Auch die Jury war offensichtlich begeistert. „Sie wollten uns innerhalb der nächsten 48 Stunden Bescheid geben. Als dann der Anruf kam und wir erfuhren, dass wir im Finale sind, war das der Wahnsinn“, erinnern sich die beiden. Aus 2.300 Bewerbungen sind sie unter die letzten zwölf gekommen.

Am 1. September findet das Finale in Form einer Fashion-Gala in Mönchengladbach statt. Schwalm und Günther dürfen dort die aktuelle Herbst- und Winter- sowie Abend- und Festmode auf dem Laufsteg präsentieren. „Wir müssen zwei Tage vor der Gala bereits anreisen. Dann bekommen wir Lauftraining, dürfen die Outfits anprobieren und studieren die Choreographie ein“, verrät Schwalm.

Der Contest birgt noch mehr als nur Spaß und neue Erfahrungen: Die drei Erstplatzierten erhalten einen Modelvertrag bei der Agentur MOS. Doch daran denken die zwei noch nicht. „Dass wir so weit gekommen sind, sehen wir schon als Gewinn. Dann noch als völliger Neuling auf dem Laufsteg die neuesten Kollektionen präsentieren zu dürfen, ist wirklich toll“, sagt Günther.

Vor allem aber wollen die beiden eins: ein Zeichen setzen. „Heutzutage werden dünne Frauen in den Medien als das Schönheitsideal dargestellt. Junge Mädels nehmen sie als Vorbild und finden sich neben all den bearbeiteten Bildern nicht mehr schön. Das ist nicht richtig“, sind sich die beiden einig.

+++ Extra Info +++

Wahl zum "Fräulein Kurvig"

2014 fand die Wahl der „Fräulein Kurvig“ zum ersten Mal statt, seit 2016 wird auch jährlich ein Männermodel gekürt. Die Initiatorin Melanie Hauptmanns wollte Frauen eine Plattform geben, die nicht dem gängigen Modelmaß entsprechen, dafür aber ebenso schöne Kurven besitzen und diese stolz zeigen wollen.

Beim Wettbewerb geht es nicht nur darum, auf dem Laufsteg zu glänzen. Persönlichkeit, Talent und Ausstrahlung sind wichtige Kriterien, um bei „Fräulein Kurvig“ ins Finale zu ziehen und zu gewinnen. In der Jury sitzen unter anderem Schauspielerin Franziska Traub („Ritas Welt“), Schauspieler und Model Julian F. M. Stoeckel sowie Moderatorin Vera Int-Veen.

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