Punkband "Die Gichties" spielt bei Rocknacht in Obergrenzebach

+
Reinhard "Gonzo" Ganz.

Die Gichties sind zurück. 39 Jahre nach ihrer Gründung holt der Kulturverein Obergrenzebach die Schwälmer Deutschpunk-Band wieder auf der Bühne. Am Samstag, 21. Oktober, steigt die Rocknacht im Saal der „Oase Glückauf“.

Frielendorf-Obergrenzebach. Am Samstag, 21. Oktober, steigt die zweite Rocknacht im Frielendorfer Ortsteil Obergrenzebach. Auf die Ohren geben die Gruppen „Petrio“, „Einfach Edel, „Sola Quente“, „Dead Man‘s Asylum“, das junge Schlagzeugtalent Fin Fenner mit neuer Band und „Die Gichties“.

Die Gichties spielen ihre Kult-Songs

Und die bringen ein ganzes Stück regionaler Musikgeschichte mit auf die Bühne. Denn was am 11. November 1978 während einer Vier-Mann-Fete in einem kleinen Räumchen bei Klaus „Gichtie“ Jahn seinen Anfang nahm, hat heute – fast 40 Jahre nach Gründung der Band – noch immer Bestand. Die Gichties schmettern ihre Songs schnörkellos auf die Bühne. Die Texte sind unmissverständlich, so deutlich wie deutsch und treffen auch nach etlichen Jahren noch immer den Geist der Zeit.

Fans und langjährige Wegbegleiter dürfen sich für Samstag auf altbekannte Hits wie „Dealer“ (1977), „Morgennebel“ (1996) oder „Das elfte Gebot“ (1997) freuen. „Unsere Musik ist nicht Jedermanns Sache. Wir wollen damit aber auch nicht berühmt werden. Es macht uns eben einfach Spaß, die alten Songs zu spielen“, sagt Reinhard „Gonzo“ Ganz, Schlagzeuger der Band. Der Auftritt habe sich eher zufällig ergeben. Holger Riebeling vom Kulturverein Obergrenzebach hatte gehört, dass „Die Gichties“ wieder auf Gonzos Dachboden proben. Prompt fragte er an, ob die Kult-Musiker nicht auch Teil der Rocknacht in der „Oase Glückauf“ werden wollen.

„Den Auftritt nehmen wir gern mit. Wir sehen unsere Konzerte immer eher als öffentliches Proben an“, sagt Ganz. Das Treffen mit seinen heutigen Bandmitgliedern Susi Schabasian (Bass), Urs Bölling (Gitarre, Gesang) und Jochi Feldbusch (Gitarre, Gesang) sei auch immer ein Stück weit Erinnerung an die guten alten Zeiten.

Eine Bandgeschichte voller Rückschläge

Dass „Die Gichties“ am Samstag auf der Bühne stehen ist gewiss keine Selbstverständlichkeit. Denn angesichts ihrer Band-Historie hätten andere Gruppen längst die Instrumente ruhen lassen. „Wir haben immer wieder Schicksalschläge aushalten müssen“, sagt Gonzo. Er ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied, hat seinen Darmkrebs besiegt und im August vergangenen Jahres seine Bandkollegen im wahrsten Sinne wieder „zusammengetrommelt“.

Der Song „Bruderfreundfeind“, der zum 20-jährigen Bestehen der Band auf der CD „Steinhart“ eingespielt wurde, versucht die Todesfälle der ehemaligen Bandmitglieder Klaus „Gichtie“ Jahn, Robert „Robby“ Dunkel, Uwe „Dr. Gang“ Ahrens und Rainer „Jim Beam“ Ahrens zu verarbeiten. Biele Emmenberger, der den Text geschrieben und das Lied gesungen hatte, verstarb daraufhin selbst im Februar 2012.

Der Auftritt der Gichties am Samstag ist also auch eine Hommage, eine Widmung, ein Danke und Erinnern an die ehemaligen Mitstreiter. Übrigens: Der Eintritt zur Rocknacht in der „Oase Glückauf“ ist frei.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Angehende Sozialassistenten besuchen Hospiz Kellerwald in Gilserberg

Der Tod gehört zum Leben dazu. Um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen besuchten angehende Sozialassistenten des Ziegenhainer BerufsschulCampus das Hospiz in …
Angehende Sozialassistenten besuchen Hospiz Kellerwald in Gilserberg

Polizei warnt vor Taschendieben in Ziegenhain

Ein kleiner Rempler genügt, um potentielle Opfer abzulenken. Einer 74-Jährigen wurde am Mittwoch so die Geldbörse gestohlen.
Polizei warnt vor Taschendieben in Ziegenhain

Trainerwechsel beim SV Niedergrenzebach: Vorstandschef Oliver Weitzel im Interview

Der Vereinsvorsitzende des SV Blau-Rot Niedergrenzebach, Oliver Weitzel, spricht in unserem Interview über den Trainerwechsel und die Saisonziele seines Clubs.
Trainerwechsel beim SV Niedergrenzebach: Vorstandschef Oliver Weitzel im Interview

Es kracht in Schwalmstadts Parlament: Ein Kommentar zur Kritik von Karsten Schenk an Bürgermeister Pinhard

Die Kritik von Karsten Schenk, dem Vorsitzenden der Schwalmstädter CDU-Fraktion, an Schwalmstadts Bürgermeister Stefan Pinhard und Schenks Entscheidung, sein Mandat in …
Es kracht in Schwalmstadts Parlament: Ein Kommentar zur Kritik von Karsten Schenk an Bürgermeister Pinhard

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.