„RC-Schwalmracer“ lassen Autos in alter Näherei in Willingshausen flitzen

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Auf der Rennstrecke in einer alten Näherei in Willingshausen messen sich Modellsport-Begeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet.

Willingshausen. Hochkonzentriert tüftelt Michael Eul im Fahrerlager. Mit filigranem Werkzeug nimmt er Feineinstellungen an seinem Flitzer vor. Schnell die Federung nachjustieren, Spur, Sturz und Lenkung abstimmen und dann zurück auf die Piste – den 80 Meter langen und zwei Meter breiten „Schwalmring“. Auf der Rennstrecke im beschaulichen Willingshausen messen sich Modellsport-Begeisterte aus dem gesamten Bundesgebiet.

Wo einst eine Näherei zu Hause war, ist in tausenden ehrenamtlichen Stunden eine hochmoderne, 350 Quadratmeter große Anlage entstanden, auf der Technikbegeisterte ihre ferngesteuerten Autos um die Wette fahren lassen. Die Zeitabnahme erfolgt elektronisch über Transponder. Die „RC-Schwalmracer“ veranstalten hier mehrere Rennserien, darunter die „HPI Challange“, der „Tamiya Euro Cup“ und die RCK-Kleinserie – jene Rennserie, bei der auch Michael Eul an den Start gehen will.

Doch auf dem Weg zur Strecke müssen er und sein RC-Auto erst an Max Schäfer vorbei. Der ist verantwortlich für die technische Abnahme aller Wagen. Wer hier durchkommt, darf am nächsten Lauf teilnehmen. Doch das gelingt nicht allen. „Es gibt immer mal Fahrzeuge mit zu viel Akkuspannung“, erklärt Schäfer. Dann müssen die rasenden Boliden im Maßstab 1:10 zurück ins Fahrerlager und von ihren Piloten ans Reglement angepasst werden. Sind die Flitzer für den Start freigegeben, dürfen sie auf die Piste und ihre Fahrer auf ein Podest, von dem aus die gesamte Rennstrecke gut überblickt werden kann.

Nach einigen Einführungsrunden bittet Björn Mannewitz an die Startlinie. Über ein Mikrofon informiert der Rennleiter zu Positionswechseln, Unfällen und Ergebnissen. In allen vier Ecken der Halle stehen Streckenposten, die einschreiten, wenn sich ein Auto überschlägt oder festfährt. Der aufwendig angelegte Schwalmring fordert den Fahrern viel Geschick ab. Einer langen Gerade folgen viele Schikanen und enge Kurven.

Ein Sport mit viel Potential und Herausforderungen

Während die Fahrer hochkonzentriert ihre Miniatur-Sportwagen über das Filz manövrieren, beobachtet Matthias Lerch das Treiben eher gelassen. Er ist „Europacup-Tamiya-Berater“ für die Gruppe Mitte in Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Er ist sozusagen das Bindeglied zwischen Fahrern und Herstellern. „Ich wurde zum Berater, als kaum noch jemand dieses Ehrenamt ausüben wollte“, erinnert er sich.

Lerch ist selbst begeisterter Modellsportler. Gerade deshalb bedauert er die aktuelle Entwicklung des Sports: „Es ist schade, dass es viel mehr Hersteller als Fahrer gibt.“ Hinzu komme, dass sich kaum noch jemand in Vereinen ehrenamtlich engagieren wolle – eine Tendenz, die nicht nur Modellsportler wahrnehmen. Dabei lohnt sich laut Michael Eul aber gerade diese Form des Sports: „Das technische Verständnis wächst mit dem Modellsport. Außerdem eignen sich Kinder und Jugendliche eine hohe Konzentrationsfähigkeit an. Davon können sie in der Schule profitieren. Außerdem pflegen wir hier die Gemeinschaft und führen einen vernünftigen Wettbewerb.“

Wer mitfahren oder einfach einmal zuschauen möchte, sei jederzeit gern gesehener Gast (siehe EXTRA-INFO).

+++ EXTRA-INFO +++

Mitfahrer gesucht

Die „RC-Schwalmracer“ begrüßen gerne neue Mitfahrer oder Interessierte. Die Strecke in der Wolfgang-Zeller-Straße 6 in Willingshausen ist donnerstags von 19 bis 23 Uhr und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet (Interessierte sollten ihren Besuch vorher aber über die Vereinshomepage abklären). Übrigens: Die „RC-Schwalmracer“ empfehlen, nicht direkt ein Auto zu kaufen, sondern erst einmal in den Sport hineinzuschnuppern. In Willingshausen können deshalb auch Testwagen gefahren werden. Mehr Infos unter www.rc-schwalmracer.de.

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