Rechte Szene in Neukirchen - Kreis nimmt Vorfall ernst

Während einer Weihnachtsfeier am 22. Dezember im Feurwehrgerätehaus in Seigertshausen, sorgten drei Personen aus der rechten Szene für Unruhe. Vergangene Woche wurde das Thema von Landrat Winfried Becker aufgegriffen.

Seigertshausen. Während einer Weihnachtsfeier am 22. Dezember im Feurwehrgerätehaus in Seigertshausen, sorgten drei Personen aus der rechten Szene für Unruhe. Mike Guldner, Landesvorsitzender der Partei DIE RECHTE in Hessen, Tim Schmerer, Beisitzer im Landesvorstand, und Stefan Jagsch (NPD) wurde daraufhin ein Hausverbot durch den Wehrführer erteilt. Als sie diesem nicht nachkamen, wurde die Polizei alarmiert. „Daraufhin haben die Beamten einen Platzverweis erteilt, das bedeutet, dass die drei Personen weder das Gebäude noch den Vorplatz betreten durften“, erklärte Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizei Homberg. Jagsch sei dem Verweis nicht nachgekommen und wurde daraufhin von den Beamten in Gewahrsam genommen, nach Veranstaltungsende aber sofort wieder freigelassen worden. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand liegen keine Straftaten vor“, sagte Brettschneider. Sie hätten lediglich die Veranstaltung gestört.

Auf die Vorfälle wurde auch der Landkreis aufmerksam. Landrat Winfried Becker erklärte vergangene Woche in einem Pressegespräch, dass der Schwalm-Eder-Kreis die Vorfälle ernst nehme und Handlungen aus der rechten Szene beobachten werde. „Gemeinsam mit den Bürgern, mit Vereinen und Schulen müssen wir zeigen, dass wir uns so etwas nicht bieten lassen“, sagte Stephan Bürger, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises. Aus diesem Grund plane der Landkreis zusammen mit dem Projekt „Gewalt geht nicht“ Veranstaltungen, um zu sensibilisieren und aufzuklären.

Auch die geplante Kandidatur von Mike Guldner für das Bürgermeisteramt in Neukirchen wurde während des Pressegesprächs thematisiert. „Es handelt sich dabei um einen demokratischen Prozess, gegen den wir erst einmal nichts machen können. Sollte er aber die Voraussetzungen für die Kandidatur erfüllen, ausreichend Unterstützer-Unterschriften vorlegen und damit als Kandidat aufgestellt werden, rufen wir alle auf, sich darüber bewusst zu werden, wofür er steht. Wir hoffen, dass die Bürger dann ihre Stimmen nutzen, um deutlich zu zeigen, dass Rechtsextremismus bei uns nichts zu suchen hat“, so Bürger.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa(Symbolbild)

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