MdL Regine Müller kritisiert Zustand des Bahnhofs in Schwalmstadt

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Landtagsabgeordnete Regine Müller und Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir äußern sich zum Zustand des Bahnhofs in Schwalmstadt-Treysa.

Schwalmstadt.Die SPD-Landtagsabgeordnete Regine Müller kritisiert den Zustand der Bahnsteige und der Unterführung am Bahnhof in Schwalmstadt-Treysa. In ihrem Schreiben an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir heißt es: "Der desolate Anblick der Bahnsteige und der Unterführung ist ein Aspekt. Besonders brisant ist aber die Frage des Zugangs zu den Gleisen über die Treppen: die Treppen sind die einzige Verbindung zwischen den Bahnsteigen; sie verfügen nicht über Rampen, um sie mit Kinderwagen oder Rollstühlen zu nutzen und auch Querungshilfen über die Gleise gibt es nicht mehr".

Dieser Zustand sei besonders für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie für Eltern mit Kinderwagen nahezu unerträglich. Aufgrund seines Hephata-Standorts leben viele behinderte Menschen in Treysa. Der Zugang zu den Gleisen mache vielen von ihnen zu schaffen. "Es ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens, dass behinderte Menschen gleichberechtigter Teil unserer Gemeinschaft sind. Das darf man aber nicht nur in Sonntagsreden fordern. Eine solche Haltung muss sich stattdessen in der Praxis bewähren", schreibt Müller. Dies sei bei den Zugängen zu den Gleisen in Treysa nicht der Fall.

Die Landtagsabgeordnete hatte gegenüber Al-Wazir bereits die absurde Lage beanstandet, dass mobilitätseingeschränkte Menschen, die von Treysa aus nach Norden reisen wollen, erst einen Umweg nach Süden, zum barrierefreien Bahnhof Stadtallendorf, machen müssen, um dort einen Zug in nördliche Richtung besteigen zu können.

Bahnhof soll in 2019 für 10 Millionen Euro modernisiert werden

In seiner Antwort verweist der Verkehrsminister nun auf die Rahmenvereinbarung zur Bahnhofsmodernisierung der Deutschen Bahn AG. In ihr ist auch der Bahnhof Treysa enthalten. Al-Wazir erklärt, dass die Planung den Neubau und die Erhöhung der drei vorhandenen Bahnsteige umfasst. Auch ein stufenfreier Zugang zu den Gleisen soll über neue Rampenanlagen erfolgen. Kosten des Vorhabens: rund 10 Millionen Euro.

Weiter führte der Minister aus, dass wegen Modernisierungsmaßnahmen am Bahnhof Wabern und den diesbezüglichen Auswirkungen auf den Eisenbahnverkehr erst 2019 mit dem Ausbau in Treysa begonnen werden könne.

Indessen schimpft Müller: "Wir haben lange genug einen barrierefreien Ausbau gefordert. Die Lage ist nicht erst seit gestern so und es gibt eine große Zahl Menschen für die ein mobilitätsgerechter Zugang unabdingbar ist. Es ist schlicht unverständlich diese Mitbürgerinnen und Mitbürger drei weitere Jahre gleichsam im Regen stehen zu lassen. Diese Planung lässt den nötigen Respekt für ältere und behinderte Menschen vermissen."

Auch Al-Wazir hält eine Verzögerung der Modernisierung in Treysa um drei Jahre für nicht vermittelbar und hat die DB AG daher gebeten, ein Vorziehen des Baubeginns erneut zu prüfen.

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