Reinhard und René Wölfel sammeln Pilze - ein gefährliches Hobby

+

Familie Wölfel aus Sachsenhausen sammelt leidenschaftliche Pilze. Doch das Hobby birgt Gefahren.

Sachsenhausen. Beim Anblick von Kuhmaul, Krause Glucke, Fichtenreizker und Parasol läuft Reinhard Wölfel bereits das Wasser im Mund zusammen. Der Sachsenhausener ist leidenschaftlicher Pilzsammler – und Pilzesser. Aktuell erlebt Wölfel die schönste Zeit des Jahres. Denn es ist Hochsaison für Pilze. Pfifferlinge, Steinpilze und Fette Henne sprießen aus dem Boden. Da macht das Sammeln doch besonders Spaß.

Denn jeder, der etwas Geduld aufbringt, wird im Wald und auf der Wiese fündig. "Aber Vorsicht!", mahnt Wölfel. So ein Hobby birgt Gefahren. Nicht alle Pilze, die lecker aussehen, sind auch tatsächlich genießbar. "Pantherpilz, Kahler Krempling und Fliegenpilz sind stark giftig", weiß der 62-Jährige. Und der Knollenblätterpilz habe sogar tödliche Wirkung. Daher rät Wölfel jedem, der gern Pilze sammeln möchte, sich einem Experten anzuschließen (siehe Extra Info unten).

Selbst jahrelanges Interesse schütze nicht vor bösen Überraschungen. Deshalb nehme auch er immer wieder das Fachwissen von ausgebildeten Experten in Anspruch. "Als ich ein Pimpf war, hat alles angefangen", erinnert sich Wölfel. Einst sei er zusammen mit seiner Mutter spazieren gewesen, als beide einen Steinpilz entdeckt und diesen schließlich gebraten hatten. Der Startschuss einer großen Leidenschaft. Seither sammelte Wölfel fleißig drauf los, nahm an Pilzwanderungen teil und las Sach-Bücher zum Thema.

Täglich auf der Suche

Heute geht Wölfel am liebsten mit Sohn René auf Wanderschaft. Dann halten sie gemeinsam Ausschau nach Pilzen. "Ich gehe gern mit, zumindest wenn Papa nicht wieder zwei Stunden läuft", sagt René schmunzelnd. Papa Wölfel gibt indes zu, dass sein Hobby längst zur Sucht geworden ist. Während der Hochsaison sei er täglich auf Pilzsuche. Und wenn sich spontan noch ein Freund oder Nachbar ankündigt? Dann zieht Wölfel nochmal los, um frische Pilze zu holen. "Aber nur so viel, wie meine Gäste und ich verzehren können", sagt er.

Da komme es auch nicht selten vor, dass er zwar einen äußerst schmackhaften Pilz entdecke, diesen aber dennoch nicht aus dem Boden zupfe. "Ich erfreue mich ja auch am Anblick", erklärt Wölfel. Auf die Frage, warum er die Pilze nicht einfach im Supermarkt kaufe, antwortet er: "Das Suchen und Finden macht doch den Reiz aus. Außerdem bin ich dabei in der Natur und an der frischen Luft. Das hilft abzuschalten und zu entspannen".

Tipps für Pilz-Sammler

Dass sein Hobby gefährlich ist, weiß Wölfel. "Viele Pilze sind im Roh-Zustand giftig. Sie müssen vor dem Verzehr abgekocht werden. Das Kochwasser muss weggeschüttet werden", erklärt der Hobby-Sammler. Manche Pilze, wie den Hexenröhrling, solle man außerdem nicht in Kombination mit Alkohol verzehren. Generell empfiehlt der 62-Jährige: "Man sollte nur unverwechselbare Pilze, wie den Fichtenreizker, essen. Und: Wer sich für das Pilze-Sammeln interessiert, sollte sich unbedingt erst an einen Experten wenden und mit ihm gemeinsam eine Pilz-Wanderung unternehmen".

+++ EXTRA-INFO +++

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie sieht sich verantwortlich für die Betreuung von Pilzsuchern. Dafür bildet sie Pilzsachverständige und Pilzberater aus. Somit werden im gesamten Bundesgebiet Anlaufstellen für Ratsuchende geschaffen. Aktuell gibt es in Deutschland rund 650 geprüfte und fortgebildete Pilzsachverständige. Informationen rund ums Thema Pilze erteilen Bert Werner aus Röhrenfurth unter Tel. 05661-927565 und Georg Simrock aus Fuldabrück unter Tel. 0561-581767. Generelle Infos gibt’s hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Fotostrecke: John Diva & The Rockets of Love spielten im ausverkauften Mylord

Schrecksbach hat eine wahnsinnige Rocknacht hinter sich. Im altehrwürdigen Mylord stand niemand Geringeres auf der Bühne als Glamrocker John Diva. Kein Wunder: Die Bude …
Fotostrecke: John Diva & The Rockets of Love spielten im ausverkauften Mylord

Betrugsmasche: Trickdieb gibt sich als Mitarbeiter der Stadtsparkasse Schwalmstadt aus

Drei ältere Frauen sollten einem Trickdieb und dessen Telefonmasche zum Opfer fallen. Doch seine Rechnung hatte der dreiste Anrufer ohne die Seniorinnen gemacht:
Betrugsmasche: Trickdieb gibt sich als Mitarbeiter der Stadtsparkasse Schwalmstadt aus

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.