Rock, Punk, Folk und Reggae: Besucher berichten vom World Music Festival in Loshausen

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Der "Häuptling" (Mitte) genießt das Festival mit seinen Freunden.

Von Daniela Eichelberger

Loshausen. Gelassenes Treiben am Schwalmufer, ruhiges Werkeln an den Verkaufsständen, ein Kind ohne Schuhe hüpft von Maulwurfshügel zu Maulwurfshügel – es ist Mittwochnachmittag vor Beginn des World Music Festivals in Loshausen (Programm siehe unten). Eine der Besucherinnen ist Shirin Amara, 29 Jahre alt. Sie hat mit ihrer Familie zwei Kanus in der Schwalm vor dem Festivalgelände zu Wasser gelassen und kühlt sich bei den warmen Temperaturen ab.

„Mir gefällt das Leben auf dem kleinen Festival, das so familienfreundlich ist. Die Besucher gehen rücksichtsvoll miteinander um und immer wieder wird spontan Musik gemacht“, so Amara. Meik Koch, einer der Initiatoren der Veranstaltung im Schlosspark, hat für einen reibungslosen Ablauf bei der Parkplatzsuche sein Personal aufgestockt. Er rechnet mit 2500 Gästen.

Familie Amara sucht Abkühlung in der nahe gelegenen Schwalm.

Seine Liebe zur Musik und die Begeisterung für die familiäre Atmosphäre unter den Besuchern treiben ihn an. „Seit dem ersten Festival in 2002 gab es hier noch nie eine Schlägerei, noch nie musste die Polizei helfen. Mir gibt das Fest Kraft für das ganze Jahr“, schmunzelt Koch unter Beifall seiner Freunde „Rastel“ und „Blärsch“, ihre bürgerlichen Namen wollen sie unserer Zeitung nicht verraten.

Auch für den selbsternannten „Häuptling“ aus Gilserberg sind Namen unwichtig. „Alle kennen mich als Häuptling, das reicht“, lacht der 54-Jährige, der sich freut, nun erstmals keine selbstgemachten Lederwaren während des Festivals zu verkaufen. Er sei endlich mal ganz frei, um Freunde zu treffen und Spaß zu haben.

Vor dem liebevoll restaurierten Feuerwehr genießt der "Sauerländer" den Nachmittag.

Der „Sauerländer“, der in wenigen Tagen 70 Jahre alt wird, hält das mit den Namen ähnlich. Seit zwölf Jahren ist er mit seiner Frau Anne in dem großen umgebauten Feuerwehrauto von Festival zu Festival unterwegs, wobei er die kleinen, feinen bevorzugt.

Er steht auf Avantgarde, Frank Zappa sowie Jazz und möchte so lange Festivals besuchen, wie er den 7,5-Tonner, der keine Servolenkung hat, noch ohne Probleme bewegen kann. Liebevoll hat das Paar den Wagen umgebaut, damit er ein schönes Zuhause für die Sommerzeit bietet. Starke Regengüsse können bei dem schweren Gefährt trotz Allrad zu einem Problem werden.

Viele Hippies warten schon auf den Beginn des Festivals.

Dazu hat der „Sauerländer“ einen einfachen Trick: „Ich stelle immer eine Coladose neben meinen Reifen. Die reicht genau bis zum Rand der Felge. Sollte der Wagen auf der nassen Wiese einsinken, sehe ich das sofort.“

Entspannt bauen die Nachbarn weiter ihre Zelte auf. Die Kinder spielen fangen, übt ein hagerer Mann das Jonglieren, gehen drei junge Mädchen in der Schwalm baden. Nein, Regen und Stress beim Aufbau, das fürchtet hier keiner auf dem familiären Festival.

EXTRA-INFO: Das Programm

Freitag, 21. Juli: 19 Uhr: Klaus der Geiger & Ruckiwerch (Singer Songwriter Trio) 21 Uhr: Hakan Vreskala (Ska, Balkan und oriental Rock) 23 Uhr: Velo de Oza (Columbien Ska, Rock und Punk) 1 Uhr: The Art of Fusion (Hang Drum Fusion)

Samstag, 22. Juli: 12.30 Uhr: Tinto (Flamenco Jazz Fusion) 14 Uhr: Indian Air (Indien Sitar Jazz) 15.30 Uhr: Domou Afrika (Traditional African Drums) 17 Uhr: Sheik General & The Riddim Chantas (Reggae) 19 Uhr: Afro Kunda (African Musik Senegal) 21 Uhr Casino Gitano (Gipsy-Polka-Swing-Flamenco und Punk) 23 Uhr: Dub Spencer & Trance Hill (Dub und Reggae) 1 Uhr: Space Debris (Space Rock)

Sonntag, 22. Juli: 12.30 Uhr: Panama Red (Akustik Space Folk) 14 Uhr: Buzzzaar (Weltmusik) 15.30 Uhr: Mykket Morton (Indie Folk Pop Rock) 17 Uhr: Il Civetto (Folk) 19 Uhr: The Vodoo Chile Experience (Jimi Hendrix Cover)

Mehr Infos auf der Internetseite des World Music Festival in Loshausen.

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