Sarah Vesper stellt in der Kunsthalle Willingshausen aus

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Beeindruckende und facettenreiche Ausstellung: Die Kunsthalle Willingshausen zeigt Werke von Sarah Marie Vesper.

Willingshausen. Ein Mann steht regungslos da. Es scheint, als gebe es auf seinem Planeten nicht genügend Platz, sich zu entfalten. Um seinen Kopf schwirren Vögel. Doch wohin flüchten? An allen Seiten droht der Abgrund, der Sturz in die Tiefe, ins schwarze Nichts – "nicht nach rechts und nicht nach links", heißt einer der eindrucksvollen Linolschnitte, die die junge Künstlerin Sarah Marie Vesper aktuell in der Kunsthalle Willingshausen präsentiert. Ihre Ausstellung zeigt ein breites Spektrum künstlerischen Schaffens – von Fineliner-, Bunt- und Filzstiftzeichnungen, über Acrylmalerei und Linolschnitten bis hin zu kreativ inszeniertem Holz auf Glas – das alles unter dem träumerischen Titel "home to endless mountains".

In großen Lettern prangt das Motto an einer Wand vor dem Ausstellungsraum – gegenüber ein Berg in passendem Grün. Passend deshalb, weil die Künstlerin selbst aus Grünberg stammt. Aktuell lebt und wirkt Vesper allerdings in Offenbach am Main. Hier studiert sie an der Hochschule für Gestaltung. Die 33-Jährige steht kurz vor ihrem Diplom. Aber war da nicht noch etwas? Klar, der Name Vesper. Der ist dem Künstlerdorf doch ein Begriff. Und tatsächlich: Die Südhessin ist die Nichte des Willingshäuser Bürgermeisters Heinrich Vesper. Ein gutes Omen.

Beim Blick in die Kunsthalle wird klar: Vesper wird bleibenden Eindruck hinterlassen – und das liegt nicht etwa an ihren verwandtschaftlichen Beziehungen. Ihrer Kunst sei Dank! Denn die könnte spielerischer kaum sein. "Man probiert viel aus und landet dann irgendwo", erklärt sie ihre Herangehensweise. Sie arbeite spontan und aus dem Bauch heraus. "Sonst ist es so verkopft", sagt Vesper. Und so setzt die Künstlerin mit dem verschmitzten Lächeln auch beim Betrachter auf Gefühle und Intuition. "Ich will nicht konkretisieren", sagt sie. Die grundsätzlich verschiedenen Interpretationen durch die Rezipienten seien es schließlich, die die Kunst ausmachen.

Sogar beim Aufbau ihrer Ausstellung habe sich Vesper spontan treiben lassen. Erstmals überhaupt ging ihr dabei ihre Mutter zur Hand. Innerhalb von zwei intensiven Tagen und Nächten voller Arbeit haben beide die vielen Kunstwerke inszeniert. "Ich mag den Prozess, wenn man nicht weiß, wohin er führt", sagt sie begeistert. Im Falle ihrer Ausstellung in Willingshausen – übrigens die erste Solo-Ausstellung überhaupt – hat der Prozess Beeindruckendes bewirkt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.Wer neugierig ist, kann sich noch bis zum 17. April ein eigenes Bild von "home to endless mountains" machen. Zum Abschluss der facettenreichen Ausstellung ist sogar noch einmal eine gebührende Finissage geplant.

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