Schrecksbach: Andreas Schultheis will Bürgermeister bleiben

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Möchte weiterhin vom Schreibtisch des Schrecksbacher Bürgermeister-Büros aus arbeiten: Der amtierende Verwaltungschef Andreas Schultheis.

Am 3. Dezember wählen die Bürger der Gemeinde Schrecksbach ihren Bürgermeister. Der amtierende Verwaltungschef Andreas Schultheis will gern im Amt bleiben.

Schrecksbach. Es ist Mittwochmittag, als sich unsere Redaktion auf den Weg ins Schrecksbacher Rathaus macht. Wir haben einen Termin. Bürgermeister Andreas Schultheis erwartet uns. Er habe wichtige Neuigkeiten, hieß es vorab am Telefon. Der Haupteingang des Rotkäppchenhauses ist bereits verriegelt. Die Verwaltung hat geschlossen. Im Bürgermeister-Büro aber brennt noch Licht. Der Verwaltungschef höchst persönlich gewährt uns Eintritt. Schnell schiebt er noch ein paar Dokumente zur Seite. Am großen Konferenztisch im Chefbüro ist vor wenigen Augenblicken noch intensiv gearbeitet worden.

Jetzt weichen die Berge an Papieren, Mappen und Aktenordnern für zwei Tassen Kaffee – „So viel Zeit muss sein.“ Prompt sagt Schultheis, worum es ihm geht: „Die Gemeindevertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung einen Termin für die Bürgermeisterwahl festgelegt. Die findet am 3. Dezember statt. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, wäre die am 17. Dezember.“ Kaum ausgesprochen, klingelt das Telefon. Schultheis springt auf und eilt zum Schreibtisch. Nach kurzer Absprache legt der 40-Jährige den Hörer auf. Rasch noch eine Erinnerung ins elektronische Postfach eingeben, damit das Anliegen des Anrufers auch ganz sicher nicht vergessen wird.

Über 71 Prozent wählten Schultheis ins Amt

„Und stehen Sie wieder zur Wahl?“, haken wir nach. Schultheis’ Antwort kommt wie aus der Pistole: „Natürlich!“ Es folgt ein Moment der Stille. Dann fügt er entschieden hinzu: „Im Familienkreis haben wir wenigstens kurz darüber gesprochen. Aber es bestand nie ein Zweifel an der erneuten Kandidatur. Natürlich gab es in den Jahren als Bürgermeister auch schwierige Momente. Aber es überwiegen immer die positiven. Mir macht es nach wie vor Spaß.“

Zur Erinnerung: Satte 71,1 Prozent aller Wähler, die 2012 Gebrauch von ihrem Stimmrecht gemacht hatten, wählten Schultheis ins Amt. Seit 1.407 Tagen ist er nun im Dienst. Ginge es nach dem gebürtigen Schrecksbacher, kämen noch viele weitere hinzu. „Mich würde das einfach freuen“, bringt er es auf den Punkt. Gründe für eine Wiederwahl gibt es aus Sicht des amtierenden Bürgermeisters genügend: „Wir haben die interkommunale Zusammenarbeit mit Schwalmstadt vorangetrieben, die Gemeinschaftskasse eingerichtet. Unsere Kanalsanierungen liefen reibungs- und fast geräuschlos ab. Beim Feuerwehr-Gerätehaus in Röllshausen sind wir unter dem Kostenansatz geblieben.“

Und das alles trotz personellem Umbruch innerhalb der Verwaltung. Drei wesentliche Mitarbeiter haben das Rathaus verlassen und mussten adäquat ersetzt werden. Schultheis’ Fazit: „Wir haben einiges bewirkt“.

Auffällig ist: Während unseres gesamten Gesprächs erzählt der Verwaltungschef nicht einmal von sich allein, sondern ausschließlich von seinem gesamten Team in der Verwaltung, vom Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung: „Ich brauche erstens Beschlüsse aus den Gremien und zweitens ein gut funktionierendes Team, mit dem ich die dann auch umsetzen kann.“ Im Gemeindevorstand und der Verwaltung herrsche kollegiales Miteinander. Die Zusammenarbeit mit Kindergärten, Bauhof und Feuerwehren sei unkompliziert.

Schultheis: „Wir haben noch viele Projekte vor der Brust“

Klar ist auch: Schultheis hat nicht nur politische Freunde. In der Vergangenheit hat es auch Kritik an seiner Arbeit gegeben. Bevor die Gemeindevertretung im vergangenen Jahr der Kassenkrediterhöhung auf 5,5 Millionen Euro zustimmte, hatte es im Gremium harte Diskussionen gegeben. Die SPD hatte Schultheis zu spätes Handeln vorgeworfen. „Kritik gehört dazu. Wenn sie konstruktiv ist und nicht persönlich wird, dann ist das natürlich in Orndung“, sagt er. Auf die Frage, ob er dem Vertrauensvorschuss der 1.588 Wähler, die ihn zum Bürgermeister gemacht hatten, gerecht geworden ist, sagt Schultheis: „Das sollen die Wähler dann im Dezember entscheiden.“

Nur so viel: „Ich habe Lust, weiterzumachen. Immerhin haben wir noch große Projekte wie Kindergarten-Umbau, Renaturierung an der Schwalm vor der Brust. In Kooperation mit der Evangelischen Kirche wollen wir eine Jugendetage herrichten. Und der Breitband-Ausbau beginnt Anfang 2019. Wir wollen einfach up to date bleiben.“ Man merkt Schultheis die Vorfreude auf die anstehenden Projekte an: „Ständig prüfen wir, wo und wie es Fördermittel gibt. Aktuell klären wir, ob die ,Hessenkasse’ (Ein Programm der Landesregierung zur Entschuldung hessischer Kommunen von Kassenkrediten und zur Förderung kommunaler Investitionen, Anm. d. Red.) etwas für uns ist.“

Und welches ist das größte Ziel mit der höchsten Priorität? „Na, die Rückführung der Verbindlichkeiten und die Reduzierung des Kassenkredits“, sagt Schultheis zielstrebig.

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