Schule im Ostergrund: War Amok-Lauf in Treysa ein mieser Scherz?

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Das Gerücht um einen geplanten Amok-Lauf in Treysa sorgt für Angst und Schrecken in der Schule im Ostergrund.

Treysa. Es sollte ein Tag werden wie jeder andere in der Treysaer Schule im Ostergrund. Und zunächst sah es am Freitagmorgen auch ganz danach aus. Denn pünktlich zur ersten Stunde strömten Scharen von Schülern Richtung Unterrichtsgebäude. Nur kurze Zeit später, gegen 8 Uhr, nahm der Schultag jedoch eine plötzliche Wende. Gerüchte um einen geplanten Amoklauf machten die Runde.

Die Schulleitung um Timo Clobes und Jochen Helwig alarmierte sofort die Polizei. Die rückte aus, um die Ernsthaftigkeit der Drohung zu prüfen. Die Polizei-Präsenz habe für Unruhe unter den Schülern gesorgt, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Staatlichen Schulamts in Fritzlar. So entschied die Schulleitung, die Kinder und Jugendlichen vorzeitig nach Hause zu schicken.

Jochen Helwig, der stellvertretende Schulleiter, überbrachte die Nachricht über den Ausfall des Unterrichts persönlich und mit beruhigenden Worten in jede einzelnen Klasse. Gegenüber unserer Zeitung wollte er sich später aber nicht zu den Vorfällen äußern. In der Pressemitteilung des Schulamts heißt es, dass die Schüler das Gelände ruhig und diszipliniert verlassen haben.

"Wir hatten schon ein komisches Gefühl", bestätigte uns eine Schülerin am Montagmorgen. Panik sei zum Glück aber nicht ausgebrochen. Um kurz vor 11 Uhr verließ dann auch die Kriminal-Polizei den Schulhof. Anhaltspunkte für eine Gefährdung wurden nicht gefunden.

Verursacher soll Kosten des Polizeieinsatzes tragen

Ist also davon auszugehen, dass es sich beim angekündigten Amoklauf um einen schlechten Scherz handelte? "Ja", sagt Polizeisprecher Markus Brettschneider. "Das ist aber nicht eindeutig nachvollziehbar. Generell zumindest ist das kein Thema, mit dem man Späßchen macht", stellt er klar. Das soll auch der Tenor der unterrichtenden Lehrer am Montagmorgen gewesen sein.

Denn die waren um Aufklärung und Sensibilisierung bemüht. "Unser Klassenlehrer hat mit uns gesprochen. Das ging die ganze Erdkunde-Stunde lang", sagte ein Schüler nach Unterrichts-Ende. Bleibt die Frage, wer im Falle einer vorsätzlichen Falsch-Meldung die Kosten für den Polizeieinsatz trägt. "Der Schüler beziehungsweise die Eltern", sagt Brettschneider auf unsere Nachfrage.

Derzeit sei die Polizei um Einholung ihrer Kosten bemüht. Von wem genau die Drohung ausgegangen war, sei bislang aber nicht klar. Eine Schülerin gab zumindest zu, dass das Gerücht über die Internetseite ask.fm (siehe EXTRA-INFO unten) verbreitet worden sei.

+++ EXTRA-INFO: Was ist ask.fm? ++++

ask.fm ist eine Internetseite, die es Benutzern erlaubt, Fragen an andere Benutzer zu stellen. So lassen sich auch Inhalte rasch und unkompliziert weit verbreiten. Ein Nutzerkonto für das Stellen und Beantworten von Fragen ist nötig, jedoch nicht zur alleinigen Ansicht von Profilen.

Die Anmeldung kann über die Internetseite selbst, aber auch über Facebook, Twitter oder Vkontakte.ru erfolgen. Das Portal hat aktuell rund 160 Millionen Mitglieder. Quelle: wikipedia

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