Sicherungsverwahrte der JVA Schwalmstadt haben regelmäßig Ausgang

+
Da kommt keiner so schnell raus: In der Sicherungsverwahrung der JVA Schwalmstadt sind derzeit 53 ehemalige Straftäter untergebracht. Die dürfen regelmäßig das Gefängnis unter Begleitung verlassen.

53 ehemalige Straftäter sind aktuell in der Sicherungsverwahrung der JVA Schwalmstadt untergebracht. Viermal pro Jahr dürfen sie das Gefängnis unter Aufsicht verlassen.

Ziegenhain. Der Stacheldraht und die hohen, dicken Mauern rund um die JVA Schwalmstadt strahlen Sicherheit aus. Mörder, Betrüger und Sexualstraftäter scheinen hier nicht herauszukommen. Und doch dürfen einige von ihnen regelmäßig bei sogenannten Ausführungen das Gefängnis verlassen.

53 ehemalige Straftäter sind derzeit in Sicherungsverwahrung untergebracht. Dabei handelt es sich um Gefangene, die ihre Strafe bereits abgesessen haben, zur allgemeinen Sicherheit aber noch nicht in Freiheit entlassen werden sollen. „Die Sicherungsverwahrung muss aber zugleich dem Ziel dienen, die Gefährlichkeit der Untergebrachten für die Allgemeinheit so zu mindern, dass die Unterbringung möglichst bald zur Bewährung ausgesetzt oder für erledigt erklärt werden kann“, sagt René Brosius, Pressesprecher des Justizministeriums Hessen.

Birgit Kannegießer.

Aus diesem Grund wird den Sicherungsverwahrten mindestens viermal pro Jahr ermöglicht, die Anstalt zu verlassen. So sollen sie Bezug zum Leben außerhalb des Gefängnisses erhalten. Häufig nutzen die Sicherungsverwahrten die Ausführung, um Angehörige zu besuchen. 20 der 53 Insassen dürfen zusätzlich einmal pro Monat den Stadteinkauf wahrnehmen.

Für die Sicherheit ist auch außerhalb der Gefängnismauern gesorgt. Mindestens zwei Beamte begleiten die ehemaligen Straftäter. Ob sie dabei gefesselt sind oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angewendet werden, werde individuell festgelegt, erklärt Birgit Kannegießer, Vorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Hessen.

„Die Bevölkerung muss definitiv nicht mehr Angst haben als sonst. Trotzdem gibt es immer ein gewisses Risiko. Es kann 200-mal gut gehen und dann passiert doch etwas“, sagt Kannegießer. Um die Sicherheitsverwahrten auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten, sei die Ausführung aus dem Vollzugsalltag aber nicht wegzudenken. „Der Kontakt zwischen den Sicherheitsverwahrten und der Außenwelt darf nicht abbrechen. Deshalb gehört es zurecht zum Aufgabenkatalog einer JVA, sie an das Leben außerhalb heranzuführen“, erklärt Kannegießer.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Zella: Über 1.500 Gäste feiern Après-Ski-Party mit Melanie Müller

Melanie Müller singt live in Zella: Über 1.500 Gäste kommen zur beliebten Après-Ski-Party des Hotels Bechtel.
Zella: Über 1.500 Gäste feiern Après-Ski-Party mit Melanie Müller

Museum der Schwalm in Ziegenhain zeigt Weißstickerei

Die Ausstellung wurde zur Salatkirmes am vergangenen Donnerstag eröffent.
Museum der Schwalm in Ziegenhain zeigt Weißstickerei

Ein Geisterort in Neukirchen: Seit 2002 ohne Patienten – ehemalige Reha-Klinik schloss plötzlich

Seit 2002 steht die ehemalige Reha-Klinik in Neukirchen leer. Mitten in der Natur türmen sich große Gebäudekomplexe auf, die mittlerweile Ruinen sind.
Ein Geisterort in Neukirchen: Seit 2002 ohne Patienten – ehemalige Reha-Klinik schloss plötzlich

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.