Nach Verurteilung: Seigertshäuser Karsten Walz bittet mit Petition um Solidarität für Bürgermeister Klemens Olbrich

+
Sieht das Urteil gegen Klemens Olbrich als Ungerechtigkeit an: Karsten Walz.

Als absolute Ungerechtigkeit sieht der Seigertshäuser Karsten Walz das Urteil gegen den Neukirchener Bürgermeister Klemens Olbrich an und hat deshalb eine Online-Petition für Solidarität mit dem Stadtoberhaupt gestartet.

Neukirchen/Schwalm. Auch knapp zwei Wochen nachdem Klemens Olbrich wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen verurteilt wurde, sind die meisten Bürger in der Region fassungslos. Einer von ihnen ist der Seigertshäuser Karsten Walz, der noch am Abend der Verurteilung am 20. Februar eine Petition startete.

„Das war eine spontane Entscheidung. Ich sehe es mehr als ungerecht an, einen Bürgermeister dafür verantwortlich zu machen“, macht Walz deutlich. Es sei wichtig, dass man sich gegen Ungerechtigkeiten wehrt. Darüber hinaus sehe er eine Gefahr für die gesamte Bevölkerung. „Wer möchte denn noch Ämter mit Verantwortung übernehmen?“, gibt er zu bedenken.

Das Urteil führe zu Verunsicherung, was wiederum zur Handlungsunfähigkeit von Regierungen führen könne. „Aufgrund der aktuellen politischen Situation ist das genau das, was wir nicht gebrauchen können. Insoweit erachte ich das Urteil als unverantwortlich gegenüber uns allen“, so Walz.

Petition soll Klemens Olbrich Mut machen

Mit der Petition möchte er jedoch nicht nur auf die Ungerechtigkeit hinweisen. Vor allem möchte er Olbrich Mut machen. „Ihm die Schuld an dem Tod von drei Kindern zu geben, das ist Gewalt an der Seele. Herr Olbrich soll einfach merken, dass viele Menschen hinter ihm stehen, die ihm Kraft für das Berufungsverfahren spenden“, sagt Walz.

Gehen gegen das Urteil in Berufung: Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich und sein Verteidiger Karl-Christian Schelzke.

9.650 Unterschriften sind bis Redaktionsschluss am Dienstagmorgen zusammengekommen. Ob er die Petition auch an die Staatsanwaltschaft übergibt, muss er noch überlegen. „Es ist meine erste Petition, ich kenne mich dabei nicht gut aus. Sollte sie in irgendeiner Weise helfen können, würde ich gemeinsam mit Herrn Olbrich und seinem Anwalt sprechen und die Petition gegebenenfalls der Staatsanwaltschaft übergeben“, erklärt Walz.

Auch am vergangenen Samstag zeigten sich gut 200 Bürger aus der Region, darunter auch zahlreiche Vertreter aus der Politik, bei einer Kundgebung in Schwalmstadt-Treysa solidarisch mit dem Neukirchener Stadtoberhaupt. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte der Niedensteiner Stadtverordnetenvorsteher Erich Sommer (Freie Wähler).

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Corona-Fälle in Treysaer Seniorenheim: Kurzzeitpflegegast hat Virus nicht ins Haus gebracht

Nach der Meldung von 22 Corona-Infizierten im Treysaer Seniorenheim "Am Schwalmberg" stellt das DRK jetzt richtig, dass nicht ein Kurzzeitpflegegast das Virus ins Haus …
Corona-Fälle in Treysaer Seniorenheim: Kurzzeitpflegegast hat Virus nicht ins Haus gebracht

Röllshausen: Auto wird vermutlich mit Baseballschläger beschädigt

In der vergangenen Nacht, 29. auf 30. März, beschädigten unbekannte Täter einen grauen Audi Q 5, welcher auf einem Privatgrundstück in der Schwalmtalstraße in …
Röllshausen: Auto wird vermutlich mit Baseballschläger beschädigt

Schwalm-Eder: Erster Todesfall mit Corona-Virusinfektion - 22 Bewohner in Treysaer Seniorenheim infiziert

Der Schwalm-Eder-Kreis muss einen ersten Todesfall eines durch Corona infizierten Patienten melden.
Schwalm-Eder: Erster Todesfall mit Corona-Virusinfektion - 22 Bewohner in Treysaer Seniorenheim infiziert

Verkehrsunfall auf der L 3158: PKw-Fahrer prallt gegen einen Baum und wird schwerverletzt

Der schwerverletzte Autofahrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik gebracht.
Verkehrsunfall auf der L 3158: PKw-Fahrer prallt gegen einen Baum und wird schwerverletzt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.