Simone de Santiago Ramos ist neue Leiterin des Museums der Schwalm

+
Teil des Museums: In der typischen Schwälmer Küche darf für Simone de Santiago Ramos das Waffeleisen für die „Pitzkuchen“ nicht fehlen.  

Seit Januar ist sie im Amt und freut sich aktuell auf den Ostermarkt, mit dem die Museumssaison eröffnet wird.

Ziegenhain. Geschichte ist ihre Leidenschaft, die sie seit sie ein kleines Kind war, in sich trägt. Jetzt darf Simone de Santiago Ramos als neue Leiterin des Museums der Schwalm in Ziegenhain ihre Passion seit Jahresbeginn ausleben und vor allem ihr Wissen an alle weitergeben. Das hat sie sich mit einem Magister und einem Doktortitel nämlich jahrelang angeeignet.

Schon im Heimatkundeunterricht bemerkte die gebürtige Ziegenhainerin ihr Interesse an Geschichte. „Wenn man im Schatten eines Schlosses, mit dem Osterberg und der Teufelsbahn groß wird, ist das irgendwie klar. Jetzt bin ich sozusagen wieder da angekommen, wo die Leidenschaft begonnen hat“, sagt de Santiago Ramos. Denn die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte sie in den USA. Gleich nach der Schule wanderte sie mit Mann und kleinem Kind aus.

Wissensdurst wird nie gestillt

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten begann sie zunächst ein Studium des Hotelmanagements, setzte im Anschluss einen Magister im Tourismus- und Eventmanagement hinterher. „Das konnte ich alles neben der Arbeit machen. Ehrenamtlich war ich auch tätig und trotzdem hatte ich genug Freizeit“, erinnert sich de Santiago Ramos. Ein Leben, das sie so in Deutschland nicht hätte führen können.

„Ich kann gar nicht sagen, wie viele Jobs ich schon hatte. In den USA geht man einfach in eine Firma, fragt, ob sie einen Job frei haben und kann manchmal schon am gleichen Tag beginnen.“ Die Flexibilität ermöglichte ihr auch, ihre Wissbegierde auszuleben. Also studierte sie neben ihren Jobs immer weiter. Nach ihrem Erziehungswissenschaftsstudium lehrte sie viele Jahre an einer Universität, belegte nebenbei Geschichtskurse und entschied sich dann, den Magister und später noch den Doktor zu machen. Seit 2014 ist sie wieder in Ziegenhain.

Die Verbindung zu ihrer Familie, ihren Freunden und ihrer Heimat ist in mehr als 30 Jahren in den Vereinigten Staaten nicht abgebrochen. Mindestens genauso lang ist sie schon Mitglied im Schwälmer Heimatbund. „Ich war immer ganz scharf auf das Schwälmer Jahrbuch und habe mich tierisch gefreut, wenn es in den USA ankam“, sagt de Santiago Ramos. Ihre Neugier für Geschichte führte sie ins Archiv in Ziegenhain, in dem sie ehrenamtlich zu arbeiten begann. „So entstand der Kontakt zum Museum ganz automatisch“, erinnert sie sich.

30. Ostermarkt findet am Wochenende statt

Bei vielen Veranstaltungen hat sie bereits geholfen. Der 30. Ostermarkt am Samstag und Sonntag, 6. und 7. April, ist ihre erste große Veranstaltung als Museumsleiterin und gleichzeitig die Wiedereröffnung nach der Winterpause. 20 Aussteller werden an beiden Tagen zwischen 11 und 18 Uhr unter anderem Osterdekorationen, Accessoires, Schmuck, Liköre, Marmeladen, Bauernmalerei sowie Leinstoffe anbieten.

Für das gesamte Museumsjahr haben de Santiago Ramos und die Ehrenamtlichen einiges geplant. Vom 11. April (Vernissage um 18 Uhr) bis 5. Juni stellen Künstler der Landrosinen Malereien, Skulpturen und Fotografien unter dem Motto „annerschda“ aus. Wer an Gründonnerstag, 18. April, zwischen 14 und 17 Uhr das Museum besucht und grün angezogen ist, erhält freien Eintritt. Eine große Weißstickereiausstellung steht den Besuchern vom 20. Juni (Vernissage um 17 Uhr) bis 11. August zur Verfügung.

Dabei wird das Museum auch mit der Europeade in Frankenberg zusammenarbeiten. „Ich möchte den Fokus mehr darauf legen, mit anderen Institutionen zusammenzuarbeiten. Bei der Europeade kommen viele Trachtengruppen aus dem Ausland. Die wollen wir dann auch zu uns ins Museum holen. Im Gegenzug fährt auch eine Schwälmer Trachtengruppe nach Frankenberg“, erklärt de Santiago Ramos. Insgesamt soll das Museumsprogramm eine Mischung aus Kunst, Musik, Lesung und Geschichte sein.

Passend zum Kriegsausbruch vor 80 Jahren gibt es eine Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg (1. September – Vernissage um 11.30 Uhr – bis 6. Oktober). „Auch in diesem Fall wollen wir beispielsweise mit dem Museum in Trutzhain zusammenarbeiten und dort Vorträge anbieten“, so de Santiago Ramos.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Am Ostermontag: Unbekannte brechen Eierautomaten in Schwalmstadt auf

Am Montagabend haben bislang unbekannte Täter einen Eierautomaten in Schwalmstadt-Niedergrenzebach aufgebrochen.
Am Ostermontag: Unbekannte brechen Eierautomaten in Schwalmstadt auf

Eintracht Stadtallendorf: Reiner Bremer bewahrt Ruhe

Derzeit kämpft Eintracht Stadtallendorf um den Klassenerhalt. Trotzdem stehen Vorstand, Trainer und Spieler nicht unter Druck.
Eintracht Stadtallendorf: Reiner Bremer bewahrt Ruhe

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.