Spirituosen-Hersteller Keil mixt Schwälmer Schnaps

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Schwälmer Hännes, Rotkäppchen und Hochspannung - nur drei der eigenen Schnaps-Kreationen von Familie Keil aus Immichenhain.

Immichenhain. Ein großer Metallbehälter steht gleich rechts im Raum. Aus ihm ragen Schläuche und Kabel. Ganz leise wird so gerade der Schwälmer Rotkäppchen Schnaps hergestellt. Bald steht Bettina Keil an der Zapfanlage und füllt den roten Saft in die Flaschen, um ihn später im Laden zu verkaufen.

Vor wenigen Jahren stellte Familie Keil aus Immichenhain noch ihren eigenen Rohbrand her. Frisch vom Feld wurde das Getreide geschrotet und erhitzt. Dann machten neue EU-Richtlinien das eigene Brennen zu teuer.  "Es war schon ziemlich traurig, als der Hahn abgedreht wurde", erinnert sich Bettina Keil. Seitdem kaufen sie und ihr Mann Karl-Heinrich den Rohbrand aus Ludwigshafen ein. "Wir nehmen ausschließlich deutschen Brand. Das ist einfach eine bessere Qualität", erklärt sie.

Tradition, die zu sehen und zu schmecken ist

Das Familienunternehmen gibt es seit über 30 Jahren. Jeder packt mit an. Auch die beiden 15- und 23-jährigen Kinder füllen die Flaschen ab oder helfen im Verkaufsladen – zumindest soweit es Schule und Beruf erlauben. Zwischen Weihnachtsdeko und Geschenkverpackungen stehen im Lädchen Schwälmer Hännes und Schwälmer Rotkäppchen – nur zwei der Schnäpse, die Familie Keil selbst mischt und abfüllt.

Die Tradition des Unternehmens spiegelt sich auch im Abfüllraum wider. Eine moderne Abfüllstraße gibt es hier nicht. Die Stopfen werden in Handarbeit in die Flaschen gedrückt, das Etikett eigens aufgeklebt. "Die Maschinen stocken zwar ab und zu, aber dafür können wir alles selbst reparieren und schnell wieder zum Laufen bringen", erzählt Keil. Wenn alles glatt läuft, dann entstehen so innerhalb von zweieinhalb Stunden circa 200 Liter Schnaps.

Gruppen von bis zu 45 Personen können sich von der geschmackliche Vielfalt bei einer Schnappsprobe selbst überzeugen. "Es ist mal was anderes", sagt die 50-Jährige.  "Man muss den Kunden auch was bieten können." Für eine Familie sei die Selbstständigkeit eine Herausforderung. "Aber man wächst da auch irgendwie schnell rein", erklärt die zweifache Mutter. Viel Herzblut steckt im Unternehmen. Deshalb keimt auch die kleine Hoffnung in Keils, dass ihr Familienbetrieb irgendwann übernommen wird. "Das wird sich aber erst in der Zukunft zeigen", sagt sie lächelnd.

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