Streitthema Schülerbeförderung: Jetzt spricht der Chef des umstrittenen Unternehmens

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Sind inzwischen vielerorts im Landkreis unterwegs: die signalroten Busse der Firma Köhler.

Seit unserer Berichterstattung über die Schülerbeförderung im Schwalm-Eder-Kreis nimmt das Thema weiter Fahrt auf. Nach dem Vorwurf unseres Lesers Manfred März („Ich hätte nicht mal Mindestlohn bekommen“), meldet sich nun der Chef der umstrittenen Firma, Ralf Köhler, zu Wort.

Schwalm-Eder. Wir berichteten bereits mehrfach über die Kleinbus-Unternehmer aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die um ihre Existenzen fürchten. Wir informierten unsere Leser zunächst über eine Ausschreibung des Schwalm-Eder-Kreises für Schülerverkehre, bei der die heimischen Kleinbus-Unternehmen, die die behinderten Kinder zum Teil schon jahrzehntelang an Schulen im Kreis gefahren hatten, leer ausgingen (zum Artikel). Die meisten Schulfahrten (sogenannte „Lose“) hatte die Firma Köhler Transfer bekommen.

Kurz darauf legte lokalo24.de noch einmal nach. Unser Leser Manfred März hatte sich beim Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet um einen Job als Fahrer beworben (hier geht's zum Artikel).

Er durchlief das Bewerbungsverfahren erfolgreich und kündigte prompt wieder. Seine Begründung: „Ich hätte nicht mal den Mindestlohn bekommen.“

Ralf Köhler will besorgte Eltern beruhigen

Diesem Vorwurf widerspricht nun Ralf Köhler, Inhaber der Köhler Transfer GmbH, die über Filialen in Mannheim (Baden-Württemberg), Karlsfeld (Bayern) und Ochsenfurt (Bayern) verfügt. Im Gespräch mit unserer Zeitung versichert Köhler, dass sich sein Unternehmen an die Pflichten halte, die sich aus dem Mindestlohngesetz ergeben.

Ralf Köhler.

Und mehr noch: „Ich möchte die besorgten Eltern beruhigen. Wir verstehen unser Handwerk und sind qualifizierter Dienstleister. Man kann uns die Kinder zur Schülerbeförderung in Ruhe und Gelassenheit überlassen“, so Köhler. Seit 2008 sei die Köhler Transfer GmbH ohne Beschwerde für den Schwalm-Eder-Kreis tätig. Bereits seit 2005 fahre das Unternehmen für die Hermann-Schafft-Schule, eine Landeswohlfahrtsschule in Homberg.

Seit 2012 sei Köhler Transfer auch im Einsatz für Behinderteneinrichtungen der „Baunataler Werkstätten“ im Malsberg und seit 2006 für die Schlossberg-Schule in Wabern (vormals Homberg). „Wir haben vor Ort ein eingespieltes Fahrer- und Leitungsteam. Die Gebietsleitung hat Monika Vogel inne. Zudem gibt es drei bis vier Fahrdienstleiter an den Einrichtungen, alle mit jahrelanger Erfahrung“, erklärt Köhler.

Am europaweiten Ausschreibungsverfahren des Schwalm-Eder-Kreises hatte die Firma Köhler am 2. März teilgenommen und in der Folge zusätzlich zu ihren bisherigen Touren drei weitere „Lose“ mit 15 Fahrzeugen für zwei Schulen im Kreis gewonnen. „In der Ausschreibung waren Mindestkriterien zur Qualität wie auch zur Einhaltung des Mindestlohns als Voraussetzung einer Auftragsvergabe formuliert. Wir haben die Kriterien erfüllt. Dann war der Preis das ausschlaggebende Entscheidungskriterium“, kennt sich Köhler aus.

„Ich weiß, dass eine europaweite Ausschreibung keine Bevorzugung lokaler Unternehmebn vorsieht. Es handelt sich dabei um einen Verwaltungsakt öffentlicher Gelder“, erklärt Köhler. Verständnis für die Enttäuschung der zuvor eingesetzten und nun leer ausgegangenen Firmen habe er dennoch. „Wir kennen das nur zu gut. Wir haben auch schon vergeblich an Ausschreibungen teilgenommen.“

Köhler: Start mit neuen Fahrzeugen verlief problemlos

Zur Beruhigung versichert Köhler: „Der Start unserer neuen Fahraufgaben verlief nach den Sommerferien ohne Probleme. Die neuen Einsatzfahrzeuge kommen allen gesetzlichen Maßgaben nach.“ Aus diesen Gründen bedauere es Köhler, dass ausgerechnet ein Bewerber um die Einhaltung des Mindestlohns fürchtete, der noch gar nicht für das Unternehmen tätig geworden war.

Gemeint ist damit Manfred März, der in unserer jüngsten Berichterstattung zum Thema erklärte, dass er beim Aufrechnen von zu investierender Arbeitszeit und monatlichem Gehalt nicht auf den gesetzlichen Mindestlohn (8,84 Euro pro Stunde) komme. Köhler glaubt, dass März das Entlohnungssystem des Bus-Unternehmens „nicht ausreichend transparent wurde“.

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