Trasse SuedLink heiß diskutiert

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Ziegenhain. Eine Infoveranstaltung in der Kulturhalle wirft Fragen zur Notwendigkeit der Stromtrasse auf.

Ziegenhain. Gegen die geplante Stromtrasse SuedLink regt sich in einigen Regionen bereits Widerstand, nun ist das Thema auch im Altkreis Ziegenhain angekommen. Mit Bekanntwerden einer alternativen Streckenführung, die unmittelbar die östliche Gemarkung von Schwalmstadt tangieren würde, sah sich die Stadt in der Pflicht und hatte vergangenen Dienstag zu einer Informationsveranstaltung in die Ziegenhainer Kulturhalle eingeladen.

Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck machte bereits in seiner Begrüßung die Bedenken der Stadt deutlich. Trassenführung, zu erwartende Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft, Möglichkeiten der Beteiligung am Planungsverfahren sowie die grundsätzliche Notwendigkeit einer solchen Überlandleitung lauteten die wichtigsten Punkte, zu denen er sich von den Verantwortlichen eine Antwort erhoffte. Etwa 70 Interessierte saßen im Saal, Platz wäre allerdings auch für die dreifache Besucherzahl gewesen.

Erdkabel schonen die Landschaft

Moderator Dr. Gerold Kreuter (IHK Kassel-Marburg) begrüßte Thomas Wagner vom Netztbetreiber TenneT und Ingo Rennert von der Infranetz AG – eine Vertreterin des Regierungspräsidiums hatte kurzfristig abgesagt. Wagner erläuterte das komplizierte Verfahren zur Streckenfindung, bei dem am Anfang ein etwa 15 Kilometer breiter Grobkorridor steht. Im Detail werden dann mehrere mögliche Trassenkorridore geplant, die ungefähr 1.000 Meter breit sind. Während dieser sogenannten Bundesfachplanung bestehe die Möglichkeit der Beteiligung durch Kommunen, Vereinigungen und auch einzelner Bürger, machte der Referent deutlich.

Er erklärte, dass der Gesetzgeber vorschreibe, die Trasse im Freileitungsbau zu verlegen, lediglich bei Annäherung an Siedlungsgebiete dürften sie das um ein Vielfaches teurere Erdkabel verlegen. Ingo Rennert widersprach: "Bei dem hier angewandten Gleichstromverfahren wäre der zweifache Preis realistisch." Mit modernen Aluminiumkabeln käme man sogar auf den gleichen Preis, so seine Einschätzung. Anhand von Schaubildern verdeutlichte er den weitaus höheren Verbrauch an landschaftlichen Ressourcen beim Freileitungsbau. Bedenken wegen möglicher Einschränkungen in der Landwirtschaft durch Erdkabel versuchte er auszuräumen.

Mehrkosten in Kauf nehmen

Sylvia Stock aus Trutzhain sprach sich für die Dezentralisierung in der Stromerzeugung aus und lehnte jede Stromtrasse ab.Rainer Auffarth sah SuedLink bereits als beschlossene Sache an. "Der finanzielle Mehraufwand für das Erdkabel muss es uns aber wert sein", forderte er. "Wir können weder der Landes-, noch der Bundesregierung alles durchgehen lassen", sagte Walter Glänzer. Der Neuensteiner Bürgermeister ist Sprecher der 53 betroffenen Kommunen in Hessen.

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