Treysa: Baustelle kostet Autofahrer Nerven und A.T.U. viele Kunden

Hat trotz langfristiger Baustelle gut Lachen: Andreas Jäckel freut sich auf das Ende der Bauarbeiten. „Dann sind wir dafür umso besser zu erreichen“, sagt der A.T.U.-Schichtleiter. Foto: Seeger

Die Baustelle am Kreisverkehrsplatz in Treysa kostet Autofahrer Nerven und A.T.U. viele Kunden. Im Früjahr wird auch noch die Zwalmstraße ausgebaut.

Schwalmstadt-Treysa. Zumindest einheimische Autofahrer haben sich inzwischen an die Verkehrsbehinderungen in Treysa gewöhnt. Wer sich auskennt, meidet die Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Sportweg/Zalmstraße oder plant gleich im Vorfeld mehr Zeit ein, um von A nach B zu kommen. Denn im dortigen Kreuzungsbereich entsteht ein Kreisverkehrsplatz (KVP). Der Startschuss der Baumaßnahmen fiel im Dezember 2015, als das Haus Nr. 57 – eine Spielhalle – abgerissen und somit genügend Platz für den künftigen Kreisel geschaffen wurde. Ärgerlich ist die Baustelle für alle, die sie durchfahren müssen.

Besonders zu den Stoßzeiten – morgens gegen 8 Uhr und nachmittags gegen 17.30 Uhr – bilden sich lange Staus. Nicht selten reicht die Schlange aus wartenden Autos dann sogar bis auf Höhe des Hagebaumarkts. Die Autofahrer müssen im schlimmsten Fall bis zu sechs Ampelphasen ausharren, um die nervenaufreibende Baustelle endlich durchfahren zu können. Besonders hart betroffen aber sind die im KVP-Bereich angesiedelten Unternehmen. "Wir merken die Baustelle täglich. Unsere Umsätze sind rückgängig. Es kommen einfach weniger Kunden in unsere Geschäftsstelle", klagt A.T.U.-Schichtleiter Andreas Jäckel. Der 36-Jährige vermutet, dass die Kunden durch die Baustelle abgeschreckt werden. "Viele wissen, dass sie lange an der Ampel stehen müssen, bevor sie uns anfahren können", so Jäckel.

Aus diesem Grund lasse sich der Kfz-Ersatzteil-Händler immer wieder lukrative Sonderaktionen für seine Kunden einfallen. So hat es in den vergangenen Monaten viele sogenannte "Baustellen-Rabatte" auf bestimmte Artikel gegeben. Außerdem locken regelmäßig spezielle "Tagesdeals" in die A.T.U.-Geschäftsräume. Und auch die an die Filiale angeschlossene Werkstatt bietet stetig neue Kfz-Reparaturen und -Wartungen zu gesonderten Preisen an. Autofahrer und Anlieger müssen sich auch weiterhin gedulden. Denn inzwischen ist klar: Nach der Fertigstellung des Kreisels im Frühjahr, soll eine weitere Baustelle in der Zwalmstraße entstehen.

Neue Baustelle geplant: Auch Zwalmstraße wird ausgebaut

Die Zwalmstraße in Treysa wird ausgebaut. Den entsprechenden Beschluss fassten 27 von 32 Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung des vergangenen Jahres. Der geplante Ausbau bezieht sich auf den Abschnitt zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Osttangente und steht in Verbindung zum aktuellen Bau des Kreisels, der Friedrich-Ebert-Straße, Zwalmstraße und Sportweg verbinden wird. Der dortige Kreisverkehrsplatz soll im Frühling dieses Jahres fertiggestellt sein. Im Anschluss beginnt dann der Ausbau der Zwalmstraße als zweiter Bauabschnitt. Der Ausbau erfolgt auf einer Länge von rund 400 Metern. Die Fahrbahn aus Asphalt soll mit einer Breite von 7,90 Metern grundhaft ausgebaut werden.

Schutzstreifen für Fahrradfahrer entsteht

Der Gehweg auf der Bahnseite soll entfallen. Stattdessen soll vor der Hangstützmauer nur noch ein 50 Zentimeter breiter Schutzstreifen mit Hochbord gebaut werden. Der einseitige Gehweg wird an der schmalsten Stelle 1,60 Meter, an der breitesten 2,50 Meter sein. Es soll auf der Fahrbahn in beiden Richtungen ein Schutzstreifen für Fahrradfahrer entstehen. Das Buswartehäuschen auf der Bahnseite wird ersatzlos abgerissen.

Betriebskosten der Ampel werden gespart

Der Umbau hat zum Ziel, die Zwalmstraße vorfahrtsberechtigt zu machen. Die Betriebs- und Instandhaltungskosten der Ampelanlage entfallen. Ein Zebrastreifen wird zur Schulwegsicherung vor der Schwalm-Brücke angelegt.

Umbau kostet rund 880.000 Euro

Die Kosten für den Umbau der Zwalmstraße betragen 880.000 Euro. Das Land fördert das Projekt vorläufig mit 337.500 Euro. Knapp 148.000 Euro sollen durch Anliegerbeiträge eingenommen werden. Stadtverordneter Tobias Biskamp kritisiert, dass bei der Planung zu wenig Rücksicht auf Radfahrer genommen werde. "Bei der Verkehrsplanung sollten schwächere Verkehrsteilnehmer im Vordergrund stehen", mahnt der Grünen-Politiker. Biskamp bezeichnet das Projekt als "Schnapsidee". Michael Schneider sieht das anders. "Hier werden auch deutlich Kosten gespart", stellt der SPD-Fraktionsvorsitzende klar. Den Begriff der "Schnapsidee" lässt Schneider nicht durchgehen – zumal die Zwalmstraße sanierungsbedürftig sei. So müssen etwa Wasserleitungen erneuert und Kanäle saniert werden.

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