Treysa: Vandalismus in Taxen nimmt zu

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Trotz des schlechten Benehmens vieler Fahrgäste hat die Taxi-Firma Kohl noch immer großen Spaß am Gewerbe.

Treysa. Sie klauen Kopfstützen, entwenden Dach-Schilder, erbrechen in Autos und laufen einfach weg, ohne zu bezahlen: Vandalen im Taxi. "Viele Fahrgäste benehmen sich heute einfach schlecht. Das war früher nicht so", bedauert Peter Kohl, Inhaber des gleichnamigen Treysaer Taxi-Unternehmens. Und dennoch: "Dieses Gewerbe macht einfach Spaß", merkt Kohl an.

2704 – kaum eine Nummer ist in Treysa und Umgebung so bekannt wie die Telefonnummer des Taxi-Betriebs. Dass sich die vier Ziffern in den Köpfen der Schwälmer fest verankert haben, ist kein Wunder. "Schließlich existiert die Rufnummer seit 1957", weiß Lieselotte Kohl, Senior-Chefin des Unternehmens. Zusammen mit Ehemann August startete sie den Betrieb im Jahr 1959 mit einem Mietwagen.

Taxi-Fahrten zu einer Zeit, als es keine Handys gab

1964 kam die erste Taxe hinzu. 1976 übernahm das Ehepaar die Konzession von Augusts Vater, Heinrich Kohl. Der fuhr bereits Taxi zu einer Zeit als Funk und Handy längst noch nicht Mode waren. Die Fahrtenvermittlung übernahmen damals ein Wirt im Treysaer Bahnhof und ein Kiosk-Betreiber. Beide hatten Telefonanschluss – eine Seltenheit. Inzwischen fährt der älteste Taxi-Betrieb Treysas mit acht Taxen. Die Firma zählt knapp 20 Fahrer, davon sechs fest angestellte. Seit 1988 führt Lieselottes Sohn, Peter Kohl, das Unternehmen. Zusammen mit Ehefrau Karin koordiniert er Fahrten, übernimmt administrative Aufgaben und setzt sich selbst hinter das Steuer.

"Dass ein Betrieb in dieser Branche und in unserer Region so lange besteht, ist selten", sagt Karin Kohl stolz. Die Zeit sei für Taxi-Betriebe einfach nicht mehr so rosig wie noch vor einigen Jahren. "Das liegt unter anderem am Wegfall der Bundeswehr in Treysa", sagt Peter Kohl. Auch das Nachtleben und die Kneipen-Szene seien nicht mehr das, was sie einst waren. In der Treeser Oberstadt bewege sich kaum noch Publikum. Verglichen mit Großstädten sei die Nachfrage nach Taxi-Transfers im ländlichen Raum aber noch groß.

Trotzdem sah sich die Firma Kohl gezwungen, ihren Service zu erweitern: So bringt Peter Kohl beispielsweise täglich Kinder zur Schule, holt sie anschließend wieder ab. "Die sind unendlich dankbar", freut sich der passionierte Taxi-Fahrer. Diana Dönges hingegen übernimmt vorwiegend Krankentransporte. In ihrem Fahrzeug, einem speziell umgebauten VW Caddy mit Rollstuhl-Rampe, lernt sie unterschiedlichste Menschen und deren Geschichten kennen. "Ich gebe Menschen, die in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, ein Stück Freiheit zurück. Denn ich fahre sie überall dort hin, wo sie hin möchten", sagt Dönges. Eines hat sich in der langen Historie des Familien-Betriebs jedoch nie geändert, weiß Karin Kohl: "Viele Kunden nutzen die Fahrten, um einfach mal zu reden." Da werde dann das Taxi nicht selten zum Kummerkasten, der Fahrer zum Seelsorger. Das mache den schönen Beruf ja schließlich auch aus.

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