Vor TV-Kameras: Neue THW Hundegruppe probt Ernstfall

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Gasexplosionsübung vor laufenden TV-Kameras: THW Hundegruppe probt auf dem Gelände des ehemaligen Atomwaffenlagers in Röhrshain den Ernstfall.

Schwalm-Eder/Witzenhausen. Immer wieder sorgen irgendwo auf der Welt Katastrophen wie Erdbeben oder Bombeneinschläge für einstürzende Häuser, die ihre Bewohner unter den Trümmern begraben. Hierzulande stehen solche Ereignisse zum Glück nicht auf der Tagesordnung. Doch andere Szenarien, wie etwa eine Gasexplosion oder der Einsturz der Kölner U-Bahn, sind durchaus auch in unseren Breitengraden denkbar.

Um den Verschütteten möglichst rasch helfen zu können, muss man sie so schnell wie möglich orten. Dazu bedienen sich die Retter häufig technischen Hilfsmitteln. Doch die Spürnase eines Rettungshundes ist in vielen Fällen um einiges schneller und flexibler. Das Technische Hilfswerk (THW) unterhält in seinen Ortsverbänden (OV) zahlreiche Technische Züge, denen verschiedene Fachgruppen angegliedert sind. Darunter befinden sich etwa 70, die auf die Ortung verschütteter Personen spezialisiert sind.

Teamwork ist das A und O

Vor Kurzem fand im ehemaligen Atomwaffenlager im Schwalmstädter Ortsteil Röhrshain die erste große Ausbildungsveranstaltung der neu ins Leben gerufenen Ortungsgruppe statt. Vertreter des Landesverbands und des Geschäftsführerbereichs sowie ein RTL-Fernsehteam konnten sich ein Bild vom Einsatz der engagierten Helfern machen.

"Gasexplosion in Wohngebäude, eine Person verschüttet”, lautete das Übungsszenario, das Gruppenführer Thorsten Wüst ausgab. Truppführer Steffen Dippel schickte daraufhin die angehende Rettungshundeführerin Tamara Klatt mit ihrem Schäferhund Cessi ins Trümmerfeld, der nach intensiver Suche einen Fund vermeldete. Zur Absicherung wiederholte Junghelferin Alicia Dölling mit ihrem Begleiter Nika die Prozedur in einem zweiten Durchgang – ebenfalls mit Erfolg.

Zur genauen Lokalisierung der Person setzten zwei Helfer das Ortungsgerät ein. Mit seinen hochempfindlichen Geophonen (Messgerät, das Bodenschwingungen in Spannungssignale umwandelt) kann es auch leiseste Kratzgeräusche im Trümmerfeld wahrnehmen. Die anschließende Personenrettung übernahm die Jugendgruppe aus Schwalmstadt.

Umfangreicher Lehrplan

Seit einem Vierteljahr sind die Helfer des THW Schwalmstadt und ihre Kameraden aus Witzenhausen gemeinsam dabei, eine solche Gruppe im Geschäftsführerbereich Homberg aufzubauen. Bevor die Rettungshundeteams jedoch zum "scharfen Einsatz" kommen, müssen sie eine umfangreiche Schulung absolvieren. Bei den Hundeführern steht zuerst die THW-Grundausbildung und anschließend die Fachausbildung in der technischen sowie der biologischen Ortung auf dem Programm. Für die "Retter auf vier Pfoten" endet der Lehrplan ebenfalls erst mit bestandenen Prüfungen, die in regelmäßigen Abständen sogar wiederholt werden müssen.

"Wir haben ein Konzept erstellt und dem Landesverband vorgelegt, dieser hat dem Ausbildungsplan schließlich zugestimmt", erklärte Thomas Dickel, Ausbildungsbeauftragter des Schwälmer THW. Für das spezielle Training der Teams zeichnet Oda Reese vom OV Witzenhausen verantwortlich, künftig treffen sich die zwei- und vierbeinigen Gruppenmitglieder alle 14 Tage an verschiedenen Ausbildungsplätzen zwischen der Schwalm und dem Kaufunger Wald.

Zwölf Ortsverbände in vier Landkreisen

Das Technische Hilfswerk ist die Katastrophenschutzorganisation des Bundes. Die Geschäftsstelle in Homberg ist für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Schwalm-Eder, Werra-Meißner sowie Stadt und Landkreis Kassel zuständig.

Im Geschäftsführerbereich gibt es zwölf Ortsverbände in Witzenhausen, Großalmerode, Eschwege, Kassel, Hofgeismar, Wolfhagen, Rotenburg, Bad Hersfeld, Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt. Sie kommen bei einer Vielzahl von Szenarien in der Region und darüber hinaus zum Einsatz. (bsc)

Kontakt: THW-Geschäftsstelle Homberg, Geschäftsführer Bjorn Fuhrmann, Schlesierweg 8-10, 34576 Homberg/Efze, Tel. 05681-939840, E-Mail: Poststelle.GSt_Homberg@thw.de, Internet: www.thw.de

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