Ihr Fest ist gerettet: Unternehmer und Schwalmstadt Warriors ermöglichen alleinerziehender Mutter schöne Weihnachten

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Freuen sich über ihren natürlichen Tannenbaum: Sylvia Kolwe mit Tochter Lilli und Andreas Oetzel.
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Die ersten Geschenke für Heiligabend: Sylvia (r.) und Lilli Kolwe.
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Beim Einkauf mit dabei war auch ein Fernsehteam des Hessischen Rundfunks.
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Andreas Oetzel (Mutters Imbiss) und die Footballer der Schwalmstadt Warriors haben Spenden gesammelt. Damit ermöglichen sie der alleinerziehenden Sylvia Kolwe und ihrer Tochter Lilli ein Weihnachtsfest, das sie sich allein nicht leis­ten könnten.

Ziegenhain. Sylvia Kolwe sitzt erschöpft auf dem Sofa und blickt auf den schön geschmückten Tannenbaum in ihrem Wohnzimmer. In ihren Armen hält sie Tochter Lilli. Sie atmet tief ein und lächelt. „Es sieht aus wie Weihnachten, es fühlt sich an wie Weihnachten und es riecht nach Weihnachten“, sagt die 39-Jährige bloß. Es ist dieser kleine Moment, der sie nicht nur in ihre Kindheit zurückversetzt, sondern für Glücksgefühle sorgt.

Den haben Andreas Oetzel von Mutters Imbiss in Ziegenhain, die Schwalmstadt Warriors und Ziegenhainer Geschäftsleute erst möglich gemacht. Bereits im vergangenen Jahr haben Oetzel und die Footballer einer Familie ein Weihnachtsfest mit vielen Geschenken und Leckereien ermöglicht, die es finanziell nicht hätte stemmen können. In diesem Jahr ist es Familie Kolwe, die Hilfsbereitschaft erfährt.

An Oetzels Imbiss wartete vergangene Woche die erste Überraschung – vor allem auf Lilli. Ein großes Aufgebot der Warrior-Jugend und der Cheerleader stand bereit, um Lilli, die an diesem Tag zwölf Jahre alt wurde, ein ­Ständ­chen zu singen. Knapp 700 Euro haben die Footballer gesammelt. Mit dem Geld wird Oetzel Kolwes sowie einer weiteren Familie alles kaufen, was diese für ein schönes Weihnachtsfest benötigen.

Sie haben ein bisschen Glück verdient

„Sylvia Kolwe und ihre Tochter haben es einfach verdient, ein bisschen Glück zu erfahren. Sie haben viele Schicksalsschläge hinter sich“, erklärte Oetzel, weshalb er gerade dieser Familie helfen möchte.

Die 39-Jährige leidet unter einem seltenen Gendefekt im Darm. Hinter ihr liegen mehrere Bauch- und Not-OPs und lange Aufenthalte im Krankenhaus. Unter anderem wurde ihr Dickdarm fast vollständig entfernt und ein künstlicher Darmausgang gelegt. Zu ihren gesundheitlichen Problemen kam der Verlust ihres Mannes Holger, der im März 2017 starb.

Noch immer hat Kolwe mit den Nachwirkungen ihrer OP im November zu kämpfen. Sie ist stark abgemagert und hat große Schmerzen. Sie kann nur langsam laufen und nicht lange stehen. Trotzdem biss sie sich durch den Tag mit Oetzel. Denn der hatte viel vor.

Gemeinsam mit Kolwes und einem Fernsehteam des Hessischen Rundfunks besuchte er mehrere Ziegenhainer Geschäftsleute, die Gutscheine und kleine Überraschungen für die Familie vorbereitet hatten. Die Geschenke gibt es aber tatsächlich erst an Heiligabend. „Die nehme ich bis dahin an mich und werde sie an Weihnachten zur Familie bringen“, sagte Oetzel. Den Tannenbaum dagegen brachten sie sofort nach Hause.

Dort angekommen, ließ sich Sylvia Kolwe erst einmal erschöpft auf dem Sofa nieder und beobachtete ihre Tochter dabei, wie sie eifrig den Baum mit Strohschmuck behing. „Ich hätte Lilli kein Weihnachtsfest in diesem Umfang bieten können. Sie hätte ein kleines Geschenk bekommen, einen künstlichen Tannenbaum und Essen, wie an jedem anderen Tag auch“, sagte sie. Stattdessen gibt es dieses Jahr Rinderroulladen mit Rotkraut und Knödeln. „Darauf freue ich mich riesig. Die mache ich zum ersten Mal. Normalerweise hat mein Mann das Kochen übernommen“, erinnerte sie sich.

Der Shopping-Tag habe sie emotional, aber vor allem körperlich an ihre Grenzen gebracht. „Ich bin einfach überwältigt. Mit so viel Hilfsbereitschaft hätte ich nicht gerechnet. Gleichzeitig schäme ich mich aber auch, dass ich so etwas in Anspruch nehmen muss. Normalerweise bin ich es gewohnt zu geben und nicht zu nehmen“, sagte Kolwe. Das bewies sie auch an diesem Tag.

Für jeden, der an der Aktion beteiligt war, hatte sie eine kleine Schokolade vorbereitet. Auf jede einzelne hatte sie die Worte „Herzlichen Dank“ geschrieben.

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