Schicksal verbindet: Krebskrankes Liebespaar heiratet im Hospiz Kellerwald

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Schicksal verbindet: Das beweisen auch Jenniger und Karsten Messing. Die beiden Krebspatienten heirateten im Hospiz Kellerald in Gilserberg.

Gilserberg. Für gewöhnlich stellt man sich ein Hospiz als Ort der Ruhe und der leisen Töne vor, doch vergangenen Samstag war dies in Gilserberg ein wenig anders. Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude stand ein Kirmeszelt. Festlich gekleidete Menschen tummelten sich in der Maisonne. DJ Rafael legte Musikwünsche auf. Grund dafür waren Jennifer Walz und Karsten Messing, die sich an diesem Tag das Jawort gaben. „Wir haben uns vor vier Jahren in Bad Oexen während eines Aufenthalts in der Reha-Klinik kennengelernt“, erzählte der Bräutigam, der aus dem Sauerland stammt.

Seine Braut ist gebürtige Neustädterin und wohnt seit längerem in Florshain, wohin er ihr vor gut einem Jahr folgte. Die beiden verbindet das gleiche Schicksal: Der 30-jährige kämpft seit fünf Jahren gegen den Krebs und Jennifer erhielt ihre Diagnose vor vier Jahren. Seither hatte sich die 27-Jährige mehreren schweren Operationen unterziehen müssen, denen jeweils eine Chemotherapie folgte. „Im Januar war er wieder da“, berichtete Karsten über den erneuten Rückschlag bei seiner Partnerin, auch nach der OP habe es immer noch keine guten Aussichten gegeben. „Aus Angst, es zuhause nicht allein zu schaffen, haben wir uns für das Hospiz in Gilserberg entschieden“, beschrieb er den schwierigen Schritt, den die beiden vor zwei Wochen gemeinsam machten.

Freudentränen und Hochzeitstorte

„Die Hochzeit stand schon länger fest und sollte Anfang Juni in Neustadt stattfinden“, so die eigentliche Planung des Paares, nun hätten sie kurzerhand umdisponiert. Im Begegnungsraum der Einrichtung fand mittags die standesamtliche Trauung statt – die blonde Braut erschien im mintfarbenen Kleid, ihr Bräutigam im mokkabraunen Anzug. Verwandte, Freunde sowie zahlreiche haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter wohnten der offiziellen Zeremonie bei. Nach herzlichen Glückwünschen und vielen Umarmungen schnitten „Herr und Frau Messing“ die Hochzeitstorte an.

„Lasst es euch gut schmecken“, rief Jennifer den Gästen zu, bevor sie sich in ihrem Zimmer erst einmal wieder ausruhen musste. Zur kirchlichen Hochzeit am Nachmittag kehrte sie im weißen Kleid und mit brünetter Perücke zurück, sichtlich gerührt nahm sie Bräutigam Karsten wieder in Empfang. „Du bist das Beste, was mir je passiert ist“, sangen Ina Hofmann und Andreas Kraus, bevor Pfarrer Siegfried Kneschke das Paar segnete. Nachdem alle Freudentränen getrocknet waren, versammelte sich die Hochzeitsgesellschaft im Freien und ließ Dutzende Luftballons steigen – rote und weiße Herzen flogen in den strahlend-blauen Himmel, der von ein paar Schäfchenwolken verziert wurde.

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