Willingshausen: US-Amerikaner besucht Heimat seiner Vorfahren

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Wiedersehen mit der Schwälmer Heimat: Erster Beigeordneter Manfred Ries, Bürgermeister Heinrich Vesper, Carol und Ross Schwalm sowie Stefan Prinz (v.l.).

US-Amerikaner Ross Schwalm besucht Willingshausen, um die Heimat seines Ur-Ur-Ur-Ur-Großvaters kennenzulernen.

Willingshausen. Vor 241 Jahren musste Johannes Schwalm seine Heimat in Merzhausen verlassen, um im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu kämpfen. Jetzt kehrte sein Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel Ross Schwalm an den Geburtsort seines Vorfahren zurück. „Ich wollte sehen, wie mein Vorfahre in der Schwalm gelebt hat“, sagte der US-Amerikaner.

Die Gemeinde Willingshausen bereitete dem Amerikaner einen bewegenden Empfang. Die Geschichte von Johannes Schwalm ist das Schicksal vieler hessischer Männer im 18. Jahrhundert gewesen. Weil Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel Geld benötigte, verkaufte er Soldaten an den englischen König. Allerdings fanden sich irgendwann dafür keine Freiwilligen mehr in Hessen.

Deshalb zogen Soldaten auch in der Schwalm von Ort zu Ort und nahmen junge Männer mit. Die Eltern bekamen lediglich ein Handgeld und sahen ihre Söhne oftmals nie wieder. Das Schicksal von Johannes Schwalm hatte ein glückliches Ende. Zusammen mit anderen Neu-Soldaten wurde er zunächst in der Festung Ziegenhain ausgebildet und musste dann bis nach Bremerhaven zu Fuß marschieren.

Dort wurden die Männer zunächst nach England verschifft und auf den König vereidigt. Anschließend segelten sie nach Amerika, um die englischen Truppen beim Kampf gegen die rebellische englische Kolonie zu unterstützen. Aus dieser Kolonie gingen kurze Zeit später die Vereinigten Staaten von Amerika hervor.

 Johannes Schwalm geriet nach zwei Gefechten in Gefangenschaft und entschied sich, in Amerika zu bleiben. Er gründete eine Familie und wurde im Bundesstaat Pennsylvania sesshaft. Nachdem Ross Schwalm bereits seit einiger Zeit mit dem gebürtigen Schrecksbacher Stefan Prinz in Kontakt stand, entschied sich der Amerikaner, gemeinsam mit seiner Ehefrau Carol erstmals das Schwälmer Stammland seiner Familie zu besuchen. Einblicke in die Schätze der Künstlerkolonie

Willingshausens Bürgermeister Heinrich Vesper, Erster Beigeordneter Manfred Ries und Journalist Stefan Prinz (Solinger Tagblatt) begrüßten das Ehepaar Schwalm zunächst im Wasenberger Rathaus und präsentierten zahlreiche Kunstwerke der Malerkolonie. Die Schwalms zeigten sich tief beeindruckt.

Im Anschluss standen ein Rundgang durch das Malerstübchen und das Gerhardt-von-Reutern-Haus auf dem Programm. Ein tolles Frühstück im Hirtenhaus mit Schwälmer Spezialitäten und ein Mittagessen in der „Gürre Stubb“ machten den Besuch für die Schwalms auch zu einem kulinarischen Genuss.

Nach dem Empfang in Willingshausen besuchten die Gäste aus Amerika die Brauerei Haaß in Treysa und machten eine Stadtführung durch den historischen Kern von Ziegenhain. Die Schwalms zeigten sich angesichts der Willingshäuser Gastfreundschaft begeistert: „Der Besuch hat alles übertroffen, was ich erwartet hatte. Es war der Höhepunkt unserer Reise“, sagte Ross Schwalm bei seinem Abflug.

Für Bürgermeister Heinrich Vesper war dieser Tag gleich mehrfach von Bedeutung : „Der Besuch der Familie Schwalm bei uns in Willingshausen zeigt, dass wir Schwälmer ebenso bodenständig wie weltoffen sind.“ Der Kontakt nach Amerika soll auch künftig lebendig bleiben.

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