Willingshausen-Steina steht im Finale des hr-Wettkampfes „Dolles Dorf“

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Tradition trifft auf Moderne im Willingshäuser Ortsteil Steina inmitten der Schwalm. Mit dieser Kombination steht Steina nun im Finale von "Dolles Dorf" vom hr.

Steina. Ruhig und idyllisch liegt der Willingshäuser Ortsteil Steina mitten in der Schwalm. Hier sind mehr Katzen als Autos auf den Straßen unterwegs, Hähne krähen um die Wette und zwischen den Häusern und alten Bauernhöfen wiehert von Zeit zu Zeit auch das eine oder andere Pferd. Seit Kurzem ist Steina vielen Hessen auch über die Schwälmer Grenzen hinaus bekannt. Das Dorf steht nämlich im Finale des hr-Wettbewerbs „Dolles Dorf 2019“.

Ortsvorsteher Dr. Wilhelm Süßmann freut sich über die Aufmerksamkeit, die sein Heimatort bekommt. „Von der Entstehung her ist Steina ein typisches Bauerndorf“, fasst er im Gespräch mit unserer Zeitung zusammen. Im Ortskern reihten sich große Bauernhöfe aneinander, zwischendrin wurden kleinere Häuser gebaut, die für die ansässigen Handwerker dienten. „Die hatten meist eine kleinere Scheune und ein kleineres Grundstück, um Subsistenzwirtschaft zu betreiben“, so Süßmann.

Liebt das idyllische Landleben in Steina: Dr. Wilhelm Süßmann in seinem Bauerngarten.

Noch heute sind diese Strukturen zu erkennen. Auch die Landwirtschaft spiele weiterhin eine große Rolle. Einige alte Höfe sind mittlerweile an Landwirte aus anderen Ortsteilen und Gemeinden verpachtet. „Mit Leerstand haben wir glücklicherweise nicht zu kämpfen. Nur wenige Gebäude sind ungenutzt“, sagt Süßmann. Alte Fachwerkhäuser werden von neuen Besitzern liebevoll hergerichtet, sodass die geschichtsträchtigen Gebäude modernisiert ihren alten Charme behalten.

Die evangelische Kirche bildet das älteste Gebäude im Dorf. Süßmann schätzt ihre Errichtung auf das 13. Jahrhundert. Er selbst wohnt in der alten Schule, die bis Anfang der 60er als solche genutzt wurde und die er selbst besuchte. Schwälmer Geschichte lebt aber nicht nur in den alten Fachwerkhäusern weiter. Alteingesessene Handwerker führen jahrlange Traditionen noch heute weiter. So beispielsweise Gerold Knauff, der als Schreiner gearbeitet hat. Heute geht der 83-Jährige seiner Leidenschaft nur noch hobbymäßig nach. In seiner Werkstatt richtet er sich selbst typische Schwälmer Möbelstücke her. „Steinas Charme macht aus, dass man nach wenigen Schritten im Grünen ist“, schwärmt Süßmann.

Altes Handwerk wird weitergeführt: Gerold Knauff stellt in seiner Werkstatt noch heute hobbymäßig Schwälmer Möbel her.

Der 265-Seelen-Ort ist schnell zu Fuß durchlaufen. Mitten durchs Dorf fließt die Steina, ein Zufluss der Schwalm. Die einzelnen Straßen sind durch kleine Trampelpfade, wie das Saugässchen, miteinander verbunden und führen fast immer über einen kleinen Steg über die Steina. „Wenn man alle Übergänge zusammenzählt, passt das Lied ‘Über sieben Brücken musst Du gehen’ sehr gut zu Steina“, sagt Süßmann. Besonders stolz sind die Bewohner auch auf die Melanchthon Schule Steinatal. „Wer kann schon bei solch einer niedrigen Einwohnerzahl behaupten, ein eigenes Gymnasium zu haben. Es steht zwar nicht direkt im Dorf, aber es gehört zu uns“, sagt Süßmann.

Liebe zum Detail: Alte Fachwerkhäuser wie das in der Schulgasse werden in Steina modernisiert – ohne, dass sie den alten Charme verlieren. Dabei werden auch kleine Details wieder sichtbar.

Im großen Finale am 9. Juni (siehe Extra Info) werden drei Steinaer auf die Teilnehmer der drei anderen Orte treffen. Dabei können sie auf große Unterstützung aus der Heimat setzen. „Zurzeit haben sich etwa 80 Bewohner angemeldet, gemeinsam zum Finale zu fahren. Wir werden uns T-Shirts drucken lassen, auf denen unser Logo des ‘Anschneiders’ zu sehen ist. Es soll so viel bedeuten wie ‘Die, die den Anfang machen’. Das geht vermutlich darauf zurück, dass die Steinaer Landwirte vor allen anderen Orten in der Umgebung Getreide geerntet haben“, erklärt Süßmann. Die Vorfreude sei bei allen groß. „Wir freuen uns sehr und wollen natürlich den goldenen Otto gewinnen. Wir haben gute Chancen, denn wir sind wirklich ein tolles Dorf“, so der 66-Jährige.

Liebe zum Detail: Alte Fachwerkhäuser wie das in der Schulgasse werden in Steina modernisiert – ohne, dass sie den alten Charme verlieren. Dabei werden auch kleine Details wieder sichtbar.

EXTRA-INFO: Das große Finale

Das Finale des Wettbewerbs findet im Rahmen des Hessentags statt und wird am Sonntag, 9. Juni, um 20.15 Uhr im hr-Fernsehen live übertragen. Steina tritt gegen die Dörfer Machtlos (Ortsteil von Ronshausen, Kreis Hersfeld-Rotenburg), Ober-Bessingen (Ortsteil von Lich, Kreis Gießen) und Billings (Ortsteil von Fischbach, Kreis Darmstadt-Dieburg) in mehreren Spielrunden an. Dem Sieger winkt der goldene Onkel Otto und der Titel „Dolles Dorf 2019“.

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