Windpark "Die Gleiche" soll Ende des Jahres ans Netz gehen

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Die Bürgerinitiative Immichenhain und der Verein "Schöner Ausblick" reichen Klage ein.

Ottrau/Schrecksbach. Das Regierungspräsidium Kassel, Umweltabteilung Bad Hersfeld, hat den Windpark "Die Gleiche" im Immichenhainer Wald genehmigt. Die Genehmigung umfasst sechs Windkraftanlagen in Ottrau und Schrecksbach.Für die Standorte sollen insgesamt 4,98 Hektar Wald gerodet werden. Die sechs Anlagen verfügen über eine Leistung von jeweils drei Megawatt. Die Windräder sind 207 Meter hoch, haben eine Nabenhöhe von 149 Metern und einen Rotordurchmesser von 116 Metern.

Das Verfahren zur Genehmigung des Windparks hat insgesamt mehr als zehn Monate gedauert. Von formalen Verfahrensbeginn an sieben Monate. Grund dafür war der Einsatz der Bürgerinitiative Immichenhain und des Vereins "Schöner Ausblick". Sie hatten sich von Beginn an stark gegen den Windpark positioniert (wir berichteten).  Die Windpark-Gegner sehen durch die Errichtung der "Gleiche" vor allem Kraniche, Rotmilane und Fledermäuse gefährdet. Sie gaben auch zu bedenken, dass der wummernde Infraschall (nicht hörbare Frequenzen, Anm. d. Red.) der einzelnen Windräder negative Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen habe, die in unmittelbarer Nähe wohnen.

Somit kam es zu einem vergleichsweise langen Genehmigungs-Verfahren. Das erklärt sich durch die Erstellung von Gutachten, zum Beispiel zur Lage der Windräder  in der Zone III des Trinkwasserschutzgebietes.  Die Genehmigung wurde für einen Zeitraum von 30 Jahren befristet.

Windpark soll Ende des Jahres ans Netz gehen

Zu den Nebenbestimmungen der Genehmigung zählen unter anderem Schutzmaßnahmen für die Fledermäuse, wie zum Beispiel Nachtabschaltung der Anlagen vom 15. März bis 31. Oktober, oder die Beschränkung der Bauzeit, die der Antragsteller zum Schutz der örtlichen Vogelarten vorgeschlagen hatte. Ende 2015 soll der Windpark ans Netz gehen, so die Planung der EAM Natur und der Energiegenossenschaft Schwalm-Knüll. Die Bürgerinitiative Immichenhain und der Verein "Schöner Ausblick" denken jedoch gar nicht daran, aufzugeben. Ihr Gegenwind nimmt auch jetzt nicht ab. Im Gegenteil: "Wir sind dabei, unsere Klage zu prüfen und diese dann einzureichen", sagt Gerd Ochs vom Verein "Schöner Ausblick" auf Nachfrage des SCHWÄLMER BOTE.

Vor wenigen Wochen habe zudem die Stadtverordnetenversammlung in Alsfeld einen einstimmigen Beschluss gefasst, ebenfalls Klage gegen den geplanten Windpark einzureichen, so Ochs weiter. Die Grundlage der geplanten Klage: Vier der sechs projektierten Windräder liegen innerhalb des Wasserschutzgebietes des Hattendorfer Brunnens. Dies  verursache massive und stark gesundheitsgefährdende Eingriffe in die Trinkwasserqualität in Hattendorf, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Vereins "Schöner Ausblick". Dies sei kürzlich sogar durch ein Gutachten belegt worden.  "Die vordergründige Erfolgspressemeldung der Energiegenossenschaft ist ein reines rhetorisches Feigenblatt. Die konkrete Klageandrohung aus Alsfeld macht das Projekt unsicherer als je zuvor", ist sich Dr. Sachiko Scheuing, die Vorsitzende des Vereins, sicher.

Unterm Strich bedaure die Bürgerinitiative Immichenhain zwar die Baugenehmigung des Windparks, sei aber wenig überrascht davon, heißt es in einer Pressemitteilung. Nun seien erstmal die Klagen der Stadt Alsfeld und des Vereins "Schöner Ausblick" abzuwarten.

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