Wolfgang Kalkbrenner reist in seinem Rollstuhl um die Welt

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Wolfgang Kalkbrenners Leidenschaft ist das Reisen. Auch sein Rollstuhl hält ihn nicht davon ab, ferne Länder zu besuchen.

Rommershausen. Wolfgang Kalkbrenner sitzt direkt am Kraterrand eines aktiven Vulkans auf Vanuatu im Südpazifik, als ihn ein lauter Knall erschreckt und vor seinen Augen die heiße, rote Lava herausspritzt. Für diesen Augenblick hat er große Anstrengungen in Kauf genommen. Denn Kalkbrenner hat den erschwerlichen Weg zum Kraterrand nicht zu Fuß auf sich genommen. Er sitzt seit einem Autounfall in 1990 im Rollstuhl.

Obwohl der Urlaub schon einige Jahre zurückliegt, kann sich der 58-Jährige noch genau daran erinnern, wie das Adrenalin durch seinen Körper schoss. Es sind diese abenteuerlichen Momente, die Kalkbrenner während seiner Reisen sucht. „Ich komme oft dahin, wo sonst keiner hinkommt. Ich habe keine Lust auf Massentourismus und möchte das Besondere kennenlernen“, erklärt er.

Auf seinen Reisen fährt der Rommershäuser deshalb oft in abgelegene Gegenden, um das Leben der Einheimischen näher kennenzulernen. Alleine ist es ihm allerdings unmöglich, zu den Plätzen zu gelangen. Vor seinen Reisen nimmt er deshalb Kontakt zu Einheimischen auf, die ihn begleiten und sogar auf hohe Gipfel bringen. „Manche Gegenden sind wirklich schwer zu erreichen. Da zweifeln die Guides, ob wir es dorthin schaffen. Doch irgendwie klappt das immer“, sagt der 58-Jährige.

Mit im Gepäck ist dabei immer seine Kamera. Tausende Bilder schießt er auf seinen Touren. Besonders viel Zeit nehmen die in Anspruch, wenn er Tiere fotografiert. „Am schwersten ist es, sie überhaupt zu finden. In Madagaskar bin ich nachts durch den Dornenwald gefahren, um Mausmaki zu fotografieren. Das war abenteuerlich. Auf dieser Tour sind mir zwei Reifen meines Rollstuhls kaputt gegangen“, erinnert sich Kalkbrenner.

Das Reisen ist schon immer seine Leidenschaft. Nach seinem Unfall stand für ihn deshalb schnell fest: „Das lass ich mir nicht nehmen.“ Bereits neun Monate nach dem Unglück saß er wieder im Flugzeug. „Ich habe einen Freund in Kanada besucht und bin danach gleich weiter nach Mexiko geflogen. Dort bin ich auch das erste Mal nach dem Unfall wieder getaucht.“

Wohin ihn seine nächste große Reise bringt, wisse er noch nicht. „Es gibt noch vieles, das ich sehen will. Alaska reizt mich sehr. Aber auch Ruanda und Uganda möchte ich besuchen“, sagt Kalkbrenner. Doch vor Afrika hat der Weltenbummler Respekt. „Dort gibt es viele Krankheiten. Ich habe mir auch mal einen Keim eingefangen und lag vier Wochen lang im Krankenhaus.“ Bis er seinen Koffer wieder packt, kann er sich die zahlreichen Bilder seiner vergangenen Reisen auf allen Kontinenten anschauen und in Erinnerungen schwelgen.

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