Zelt-Camp für 500 Flüchtlinge entsteht in Schwarzenborn

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Binnen einem Tag entsteht in Schwarzenborn ein großes Zeltlager für 500 Flüchtlinge.

Von MICHAEL SEEGER und AYLIN LANDZETTEL

Schwarzenborn. Auf dem Standortübungsplatz der Knüll-Kaserne in Schwarzenborn entstand am gestrigen Samstag ein Zelt-Camp für Flüchtlinge. Es dient als Außenstelle der Erstaufnahme-Einrichtung in Gießen und bietet Platz für insgesamt 500 Asylsuchende.

Rund 140 ehrenamtlichen Helfern von THW, DRK, Johanniter und Katastrophenschutz ist es zu verdanken, dass das Zelt-Dorf binnen 24 Stunden errichtet werden konnte. "Eine logistische Meisterleistung", lobte Landrat Winfried Becker. Am Samstagmittag reiste er gemeinsam mit Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann an, um sich ein Bild vom Aufbau des Zeltlagers zu verschaffen.

Während der gemeinsamen Ortsbegehung wurde klar: Für die 1.200-Seelen-Gemeinde Schwarzenborn stellt die Unterbringung von 500 Flüchtlingen eine große Herausforderung dar. "Wir werden in einer Woche die Gemeinde mit dem größten Ausländer-Anteil in Deutschland sein", sagte Kaufmann bereits am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Und dennoch: "Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu helfen", stellte Lübcke am Samstag klar. Diesen Eindruck vermittelten auch die vielen Helfer vor Ort. Wie lange das von ihnen errichtete Zelt-Camp als Unterkunft für Flüchtlinge dient, ist derzeit nicht bekannt. Fest steht jedoch: Es befindet sich auf über 500 Metern über Normalnull.

Das bringt Probleme bei Nässe und Kälte mit sich. Zwar werden die rund 63 Zelte beheizt, doch eignen sie sich nicht für die Wintermonate. "Deshalb suchen wir feste Unterkünfte für die Asylanten", sagte Lübcke. Einen Umzug der Flüchtlinge in die Bundeswehr-Kaserne schließt Kaufmann bislang aus. "Das müsste das Verteidigungsministerium entscheiden", sagte er auf Nachfrage des SCHWÄLMER BOTE.

Entscheidung fiel am Donnerstag

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner hatte unter der Woche in Wiesbaden bekanntgegeben: "Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die Menschen, die in Hessen Schutz vor Krieg und Elend suchen, ordentlich unterzubringen". Am Donnerstag fand daher eine Ortsbegehung durch das Sozialministerium statt. Dann folgte die Entscheidung zum Aufbau des Zelt-Lagers.

Laut Esther Walter, Pressesprecherin des Sozialministeriums, haben in 2015 bislang 22.708 Asylsuchende einen Erstantrag gestellt. Bei einer Prognose von 800.000 Asylbewerbern erhöhen sich die Zugangszahlen für Hessen auf etwa 58.000 Personen. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ist jetzt schon mit rund 5.500 Menschen belegt. "Derzeit sind insgesamt 12.067 Flüchtlinge in Hessen untergebracht. Wir setzen alles daran, bis Jahresende insgesamt zusätzliche 13.000 Plätze zu schaffen."

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