Ziegenhainerin besitzt 200 Jahre alte Schuhe

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Eines von Anneliese Heipel-Biedebachs Lieblingsstücken: Die Schwälmer Trachtenschuhe holt sie zu besonderen Anlässen heraus oder einfach nur, um sie zu betrachten.

Dabei handelt es sich um ein besonderes Paar Trachtenschuhe.

Ziegenhain. Wer bei Anneliese Heipel-Biedebach zu Besuch ist, fühlt sich wie in einem Schwälmer Heimatmuseum: Auf dem Sofa sitzen Schwälmer Puppen liebevoll an Kissen mit Schwälmer Stickerei gelehnt, auf dem antiken Schrank präsentieren sich mehrere Schwälmer Schachteln. Doch viele Schätze der 75-jährigen Ziegenhainerin sind sicher verstaut.

So beispielsweise auch ein Paar Schwälmer Schuhe, die rund 200 Jahre alt sind. „So etwas ist ein Anblick“, schwärmt Heipel-Biedebach. Vor einigen Jahren schon hat sie die Schuhe durch Zufall in Willingshausen gesehen und sich sofort in sie verliebt. „Wenn ich mir etwas Neues kaufe, das mit der Schwalm und der Tracht zu tun hat, dann bleibt es für viele Tage offensichtlich stehen, bis ich mich satt gesehen habe“, erklärt sie. So war es auch mit den Schwälmer Schuhen, die mittlerweile gut geschützt aufbewahrt sind. Regelmäßig holt sie Heipel-Biedebach wieder heraus, um sie zu betrachten.

„Der Schuh hat eine besondere Form und Schnallen wie diese werden heute gar nicht mehr hergestellt“, erklärt sie ihre Faszination. Auch der speziell geformte Absatz sei an heutigen Trachtenschuhen nicht mehr vorhanden. Er habe dafür gesorgt, dass die Frauen elegant laufen konnten, um die Röcke schwingen zu lassen. „Es ist definitiv kein Schuh für einen Trampel“, so Heipel-Biedebach, der beim ersten Betrachten auch gleich die in die Lasche gestanzten Herzen aufgefallen sind. „Alle Details machen diesen Damenschuh besonders und wertvoll“, sagt sie.

Schöne Schwälmer Sammlerstücke zu besitzen und anzuschauen reicht ihr allerdings nicht. Ihr Bücherarchiv über das Leben in der Schwalm und die Tracht ist so groß, dass sie zu jedem erworbenen Gegenstand etwas nachlesen kann. „Dabei lerne ich auch immer wieder etwas Neues“, sagt die Ziegenhainerin. Interessierte dürfen sich ihre Sammlung anschauen. Ausleihen und tragen, das dürften nur Auserwählte. „Da muss ich mir aber sicher sein, dass ich beispielsweise die Schuhe wohl erhalten zurückbekomme. Sie sind nicht zu ersetzen und mein Herz hängt zu sehr daran.“ Aus dem Grund werden sie fürs Erste wieder sicher im Schuhkarton im Schrank verstaut, bis Heipel-Biedebach ihrer Sehnsucht nach ihnen nachkommen muss und sie wieder herausholt.

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