Shopping Visionen – Einkaufszentrum für die Kreisstadt

Homberg. Seit Mitte der Woche dreht die Kreisstadt Homberg die ganz großen Räder. Unmittelbar im Zentrum soll ein großes Einkaufszentrum samt Parkd

Homberg. Seit Mitte der Woche dreht die Kreisstadt Homberg die ganz großen Räder. Unmittelbar im Zentrum soll ein großes Einkaufszentrum samt Parkdeck und Tiefgarage entstehen. Ein Impulsprojekt soll es werden, das nach Vorstellungen von Magistrat und Stadtparlament Magnetwirkung auf Homberg-Besucher entfalten wird.Bürgermeister Martin Wagner und die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien stellten die notwendige Stadtplanung Freitagmorgen auf einer Pressekonferenz vor. Drei Planungsvarianten liegen auf dem Tisch, die unterschiedlich große Areale im Quartier östlich des Marktplatzes umfassen. Die Nutzflächen liegen zwischen 5.000 und 10.000 Quadratmetern. Von der Stadt favorisiert wird "Variante III"  (siehe Luftbild) für die ein noch nicht namentlich genannter Investor zwischen 15 und 20 Millionen Euro bei einer etwa 30-prozentigen Förderung aus dem Programm "Stadtumbau in Hessen" locker machen will.Zwischen Holzhäuser Straße und Webergasse, Obertorstraße und Kreuzgasse wären nach diesem Szenario rund 30 Wohn- oder Geschäftshäuser von einem teilweisen oder kompletten Abriss betroffen. Neu entstehen soll auf 5.300 Quadratmetern Grundstück eine Nutzfläche von 6.800 Quadratmetern. Im Bereich Obertorstraße 5A bis 7 sollen zusätzlich eine Tiefgarage für 73 sowie ein Parkdeck für 187 Fahrzeuge entstehen.

Auf einem Viertel des Weges

Nach Rücksprache mit Regierungspräsidium und Denkmalschutz ist laut Bürgermeister jede einzelne Variante genehmigungsfähig, jedoch darf in keinem der drei Fälle das historisch geprägte Bild der Fachwerkzeilen am östlichen Marktplatz bis hoch zur Engelapotheke zerstört werden. "Das heißt, die Fassaden, sowie die Häuser 13 und 16 in der Obertorstraße müssen erhalten bleiben", erklärte Wagner. "Damit uns das möglichst gut gelingt, werden wir einen Fassadenwettbewerb veranstalten."Wann das alles Wirklichkeit werden soll? "Der Magistrat kann jetzt, nach den Beschlüssen am Mittwoch, alles zeitnah bis 2014 vorantreiben", antwortet Stadtverordnetenvorsteher Bernd Pfeiffer. Mit "alles" umschreibt er das komplette Kompendium an einzuholenden Fachmeinungen wie Einzelhandelsgutachen, Baugrund-, Lärmschutz-, Verkehrs- und Verkehrswertgutachten. Rathauschef Wagner ergänzt: "Wir sind noch am Anfang des Weges, gegangen sind wir bis heute ein Viertel der Strecke."

Chance nicht verpuffen lassen

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Klaus Bölling, bremst die Euphorie. Zwar habe sich der mögliche Investor am Mittwoch persönlich den Stadtparlamentariern vorgestellt. "Referenzen hat er keine vorgelegt. Konkrete Zusagen hat er nicht gemacht." Vom Projekt überzeugt ist Bölling aber trotzdem. "Nun liegen erste grobe Pläne vor, mit denen es gelingen kann, neue Akzente in der Innenstadt zu setzen. Wir wollen, dass diese Chance genutzt wird und nicht wieder als reine Reklamenummer verpufft", schreibt Klaus Bölling auf der Internetseite von "Bündnis 90 / Die Grünen in Homberg (Efze)".CDU-Chef Peter Dewald ordnet die Planungen so ein: "Nach einem langen und schwierigen Weg leiten wir ein Impulsprojekt zur wirtschaftlichen Belebung ein, das eine grundlegende Änderung der Situation am Marktplatz herbeiführen wird. (...) Dass hierbei eine gemeinsame, fraktionsübergreifende Zustimmung erfolgte, werten wir als positives Signal."Gleichlautend äußerten sich SPD und FDP. Der Konsens aller Parteien: Als Stadt rollen wir dem Investor den Roten Teppich aus; wir ziehen alle an einem Strang, um die Kreisstadt in naher Zukunft wirtschaftlich entscheidend zu beleben.

Keine Wahlkampfblase

Zu Unstimmigkeiten war es im Vorfeld der Pressekonferenz aber dennoch gekommen, nachdem am Mittwoch das Stadtparlament zwar in öffentlicher Sitzung, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die entscheidenden Punkte beraten hatte und dann erst am Donnerstag zu einer Anwohnerinformation eingeladen war. Vorwürfe wurden laut, das Projekt Einkaufszentrum könnte sich als Wahlkampfblase entpuppen. Diese entkräftete SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Gerlach: "Alle Parteien haben einmütig für das Projekt gestimmt." Zwischen den Zeilen bedeutet das: Eine einzelne Partei kann daraus keinen wahltaktischen Vorteil ziehen.Eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung ist für Anfang April geplant. Der Stadtverordnetenvorsteher will dazu zeitnah einladen.

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