Es hat sich ausgebrannt - Das Ende für das traditionelle Maifeuer in Rommershausen

Rommershausen. Sie hatten schon alles vorbereitet, waren an den vergangenen sechs Samstagen in den Wald gefahren, um dort die langen Stämme zu holen

Rommershausen. Sie hatten schon alles vorbereitet, waren an den vergangenen sechs Samstagen in den Wald gefahren, um dort die langen Stämme zu holen und nun das Aus. Mit traurigen Mienen sitzt die Hälfte der etwa 50 Helfer auf den Holzstapeln und blickt in keine rosige Zukunft. Aufgrund von Vorkommnissen in jüngster Zeit, wie beispielsweise die Randale rechtsradikaler Jugendlicher auf der Kirmes in Maar (Vogelsbergkreis) oder die Kontrollen der Polizei zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes auf der Kirmes in Steina, sind die Verantwortlichen der Rommershäuser Interessensgemeinschaft "Maifeuer" zu dem Entschluss gekommen, die Veranstaltung abzusagen – vermutlich für immer. "Wir machen den Behörden keinen Vorwurf. Da sind wir uns alle einig", sagt Markus Dörr von der Interessengemeinschaft. Aber man könne die Auflagen nicht stemmen, da man nicht über das Personal verfüge und schon gar nicht die finanziellen Mittel habe, professionelle Security zu engagieren, die sich um die Einhaltung kümmert.Selbstläufer seit 25 Jahren

Ein Vierteljahrhundert gab es das bekannte Fest, das keine offizielle Werbung brauchte und zu dem in manchen Jahren über tausend Besucher kamen. Organisiert von Freunden und ihren Angehörigen, trafen sich hier Alt und Jung auf der großen Wiese am Dorfrand, um gemeinsam in den Mai hineinzufeiern. Dabei wurde so gewirtschaftet, dass die Kosten für die Veranstaltung Null auf Null aufgingen. Dörr: "Leider hat sich das Feierverhalten mancher Gruppen in den vergangenen Jahren so zum Negativen hin entwickelt, dass man kaum noch eine Kirmes oder sonstige große Fete erlebt, wo nicht ein Großaufgebot an Sicherheitskräften tätig ist." Das Maifeuer in Rommershausen war trotz seiner Größe immer ein friedliches Familienfest, bei dem selbstverständlich auch Kinder und Jugendliche zugegen waren, um sich gegen Mitternacht das große Flammenspektakel anzuschauen. Erst in den vergangenen Jahren tauchten von Zeit zu Zeit Störenfriede auf, die durch kistenweise selbstmitgebrachte Getränke oder Zwistigkeiten untereinander negativ auffielen. Die Veranstalter hatten es in einem Jahr versucht, den Zugang zu der Feier zu kontrollieren, aber aufgrund des weiträumigen, und deshalb auch so schönen Geländes, stießen sie schnell an ihre Grenzen. Nach einer Schlägerei im Jahr 2007 hatte es zwei Jahre lang kein Maifeuer gegeben, aber im vergangenen Jahr ergriff die Dorfjugend die Initiative und ließ das Traditionsfest wieder auferstehen. Gemeinsam mit Freunden aus anderen Dörfern und den "alten Hasen" wagte man den Neustart und es wurde mit etwa 300 Besuchern ein gelungenes Fest. Nun aber das entgültige Ende dieses schönen Brauchs und Dörr stellt traurig fest: "Es ist halt schade, dass durch solche Aktionen eine schöne Tradition zunichte gemacht wird".Mit gesenktem Kopf nimmt er seinen Sohn, den er dieses Jahr das erste Mal zum Maifeuer mitnehmen wollte, an die Hand und verlässt die große Wiese.

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