Sofarunde zur Wahl in Edermünde

+

Edermünde. FWG und Grüne fühlen SPD-Kandidat Thomas Petrich auf den Zahn.

Edermünde. Eine echte Wahlkampfstimmung will in Edermünde nicht aufkommen. Da Thomas Petrich von der SPD der einzige Kandidat auf das Bürgermeisteramt ist, hält sich die Spannung auch wenige Wochen vor dem Urnengang am 16. März arg in Grenzen. Anlass für die Gemeindevertreter Stephan Klüttermann von der FWG und Oliver Steyer von den Grünen, dem Fast-Schon-Bürgermeister doch noch mal auf den Zahn zu fühlen.

"Löwenbändiger" war nicht nötig

"Wohin geht Edermünde?", so der Titel der bewusst "lockeren Diskussionsrunde" vor etwa 20 Zuhörern, zu der sie Petrich ins Dorfgemeinschaftshaus in Grifte eingeladen hatten. Die Moderation übernahm Wolfgang Ehle, der sich als augenzwinkernd als "Löwenbändiger" vorstellte, im Verlauf der Diskussion die Peitsche aber stecken lassen konnte.

Sowohl Klüttermann, als auch Steyer betonten gleich zu Beginn, dass an der finanziellen Ausstattung der Gemeinde nichts auszusetzen sei. Im Mittelpunkt der Gespräche standen daher die Themen Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Bürgerbeteiligung. Steyer betonte gleich zu Beginn, seine Partei habe, was den ÖPNV betreffe, zahlreiche Anträge gestellt, die bisher aber nicht umgesetzt wurden. Insbesondere die Verbindung nach Baunatal müsse aus seiner Sicht verbessert werden. Dem stimmte Petrich grundsätzlich zu, betonte jedoch auch, dass dies letztlich eine Frage des Geldes sei. "Der NVV bietet alles an", so der Bürgermeisterkandidat, "aber es kostet ein heiden Geld." Er selbst denke darüber nach den Bürgerbus auch über die Gemeindegrenzen hinweg einzusetzen. Jedoch könnten rechtliche Probleme dem im Wege stehen.

 Anregungen aufnehmen

Noch einmal kündigte Petrich an, nach seiner Wahl eine Bürgerbefragung "als Bestandserhebung" für mögliche Probleme in der Gemeinde initiieren zu wollen. Befragungen zu bestimmten Themen, wie von Klüttermann und Steyer als Vertreter von kleinen Parteien gefordert, lehnte er jedoch ab. "Es gibt die rechtliche Möglichkeit eines Bürgerbegehrens", so Petrich kurz und bündig. Den Vorschlag aus dem Publikum, an die Bürger regelmäßig einen Zettel für Anregungen und Beschwerden zu verteilen, bezeichnete er als "gute Idee".

In den Gesprächen der entspannten Sofarunde wurde zunehmend deutlich, dass die Ortsteile von Edermünde sehr unterschiedliche Probleme aufweisen, die angegangen werden sollen. "Einen Gleichstand der Ortsteile kann ich nicht versprechen", erklärte der Kandidat aufs Bürgermeisteramt. Jedoch wolle er sich bemühen, es überall "so gut wie möglich" zu machen. An Klüttermann und Steyer gerichtet versprach Petrich, mit den kleinen Parteien besser zusammen zu arbeiten, als dies bisher der Fall gewesen sei.

Tischgespräche mit Thomas Petrich:

Vor der Bürgermeisterwahl am Sonntag, den 16. März laden die SPD-Ortsvereine in allen Ortsteilen von Edermünde interessierte Bürger zu einem "Tischgespräch" mit Thomas Petrich ein. Die Termine: 6. März in Holzhausen, 10. März in Haldorf, 11. März in Grifte und 12. März in Besse. Die Veranstaltungen finden jeweils im Dorfgemeinschaftshaus statt und beginnen um 19.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Steigende Infektionszahlen im Schwalm-Eder-Kreis

Neben dem aktuellen Infektionsgeschehen in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in Schwalmstadt gibt es nach Informationen der Kreisverwaltung in in …
Steigende Infektionszahlen im Schwalm-Eder-Kreis

Vier Corona-Fälle in Treysaer Gemeinschaftsunterkunft - gesamte Einrichtung unter Quarantäne

In der Treysaer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Harthbergkaserne wurden vier Bewohner positiv auf COVID-19 getestet. Aktuell steht die gesamte Einrichtung …
Vier Corona-Fälle in Treysaer Gemeinschaftsunterkunft - gesamte Einrichtung unter Quarantäne

Unter besonderen Bedingungen: Weinlese auf dem Böddiger Berg findet statt

Auch in diesem Jahr werden die Weintrauben auf dem Böddiger Berg geerntet. Die Lese findet am 6. Oktober unter besonderen Bedingungen statt.
Unter besonderen Bedingungen: Weinlese auf dem Böddiger Berg findet statt

Ein schwarzes Jahr: Friseur-Innung Schwalm-Eder zieht Zwischenbilanz für 2020

Als "eines der schwärzesten Jahre" für das Friseurhandwerk bezeichnet Obermeister Carsten Ciemer das Jahr 2020. Trotzdem blicken die Innungsmitglieder zuversichtlich in …
Ein schwarzes Jahr: Friseur-Innung Schwalm-Eder zieht Zwischenbilanz für 2020

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.