,Stiche wie von tausend Nadeln’

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Neukirchen. Wagemutige Schwimmer stürzten sich beim traditionellen Neujahrsschwimmen in die eiskalten Fluten.

Neukirchen. Die Temperatur in der Luft ist doppelt so hoch wie die des Wassers im Schwimmbecken - eigentlich ideales Badewetter. Doch weit gefehlt, denn am Neujahrstag kletterte das Quecksilber im Freibad Neukirchen gerade mal auf zwei Grad über Null, dementsprechend machte das "kühle Nass" seinem Namen alle Ehre. 36 Unerschrockene hielt es allerdings nicht davon ab, das neue Jahr mit einem beherzten Sprung ins kalte Wasser zu begrüßen. Endlich war es soweit, die wagemutigen Schwimmer kamen aus der Umkleidekabine und marschierten zur Treppe, die ins grünlich schimmernde Becken führt. "Wir begrüßen das neue Jahr mit einem L - T - V", machen sie sich lauthals Mut und die Ersten steigen entschlossen die Stufen hinunter. "Stiche wie von tausend Nadeln im Bein", ruft einer der Schwimmer aus dem Wasser und seine Atemfrequenz schnellt in die Höhe. Viele kreischen vor Vergnügen oder eben vor Kälte. Einige laufen so lange es geht aufrecht durch den niedrigen Teil, doch ab der Hälfte kommen auch sie nicht ums Schwimmen herum. Das eiskalte Wasser sorgt bei den Schwimmern für Höchstleistungen, denn jeder will so schnell wie möglich wieder raus aus dem nassen Element. Am rettenden Ufer stehen schon Angehörige und Freunde mit den warmen Bademänteln und die Eisschwimmer verschwinden in der Halle, wo man sich im 29 Grad warmen Wasser wie in der Badewanne fühlt.

Neue Neopren-Anzüge

Bereits zum 14. Mal richtete die Schwimmabteilung des LTV Neukirchen dieses "eisige Vergnügen" aus und etwa 70 Zuschauer verfolgten das Spektakel vom Beckenrand aus. Zu Beginn hatte Schwimmtrainer Jörg Krinitz die Neujahrsbader mit auf eine Aufwärmrunde rund um das Freischwimmerbecken mitgenommen, bevor sie sich in der warmen Halle umzogen. "Weil das Hallenbad wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war, begann die Eisbären-Saison bereits im September", berichtete Organisatorin Birgit de Taillez, "seither haben wir einmal pro Woche geübt". Etwa 20 Kinder hätten regelmäßig an diesem Gewöhnungsschwimmen teilgenommen, darunter einige Wiederholungstäter. "Seit heute Nacht um 00.16 Uhr bewerben wir uns um eines der 175 Projekte der Kreissparkasse", verkündete sie vom Drei-Meter-Brett, denn der Verein wolle 20 neue Neopren-Anzüge für Kinder beschaffen.

Ihr Aufruf, "spenden sie, was von Silvester noch übrig ist", brachte immerhin die ersten 155 Euro in die Vereinskasse. Mit heißem Tee und frischen Krapfen ließen die Schwimmer drinnen und die Zuschauer draußen den gelungen Jahresauftakt ausklingen.

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