Tarek Al-Wazir in Fritzlar

Von JOCHEN SCHNEIDERFritzlar. Die Grnen wittern Morgenluft und wettern gegen eine Politik von gestern unter Ministerprside

Von JOCHEN SCHNEIDER

Fritzlar. Die Grnen wittern Morgenluft und wettern gegen eine Politik von gestern unter Ministerprsident Roland Koch. Als richtungsweisend wie selten bezeichnete der hessische Spitzenkandidat, Tarek Al-Wazir, am Freitagabend in Fritzlar die bevorstehende Landtagswahl am Sonntag, 27. Januar. Die beiden grnen Direktkandidaten, Dr. Bettina Hoffmann aus Niedenstein (Wahlkreis 7) und Martin Husling aus Oberurff (Wahlkreis 8), untersttzten Al-Wazir beim ersten grnen Neujahrsempfang im Landkreis. Alle drei sprachen im Hardehuser Hof vor etwa 50 geladenen Gsten. Reichlich neue Energie lag in Form von Traubenzucker auf den Tischen, Teebeutel verbreiteten das Motto: Lieber schwarz trinken als schwarz whlen. Das lie vergessen, dass die Grnen im Fritzlarer Stadtparlament eine Zhlgemeinschaft mit CDU und FDP bilden. Aber die Landesebene ist eben eine andere. Laut Hoffmann gelte es, nostalgische Gefhle aus alten Zeiten grner Revolte zurck zu holen: Begriffe wie Atomkraft, nein danke, Frieden schaffen ohne Waffen oder Multikulti seien grn, viele sehnten sich nach dem Geist dieser Zeit.

Slogan: Jetzt fr morgen

Dazu gehren laut Hoffmann getreu dem Wahlkampfslogan der kopartei, jetzt fr morgen, auch Klimaschutz und Umwelttechnologie, kulturelle Vielfalt und soziale Selbstbestimmtheit. Husling machte klar, der Widerstand gegen den A49-Weiterbau und genmanipulierte Pflanzen auf heimischen ckern stehe im Mittelpunkt grner Politik fr die Region. Und der demografische Wandel. Husling: Wenn der Frankfurter noch nicht wei, wo der Kellerwald ist, mssen wir am positiven Bild von Nordhessen arbeiten. Al-Wazir dazu: Es stimmt! Der Frankfurter wei definitiv nicht, wo der Kellerwald ist. Fr den Spitzenkandidaten ein weiteres Versumnis der Landesregierung.

Tipp: Nicht ablenken lassen

Von weiteren wolle Ministerprsident Koch ablenken, indem er auf andere Diskussionsfelder wie etwa das Thema kriminelle Jugendliche fhre. Al-Wazir: Darauf drfen wir uns nicht einlassen. Wir mssen weiter nach der Regierungsbilanz fragen. Hessen sei nicht Bildungsland Nummer 1, sondern rangiere im Bundesvergleich irgendwo zwischen den Pltzen 8 und 12. Nur 4,8 Prozent des Stroms komme in Hessen aus erneuerbaren Quellen, bundesweit seien das 15 Prozent. Seit 1990 sei in ganz Deutschland 19 Prozent weniger CO2 pro Kopf ausgestoen worden, in Hessen nur 3,4 Prozent. Und dass die Rckfallquote bei hessischen Strafttern im Jugendalter bei 80 Prozent liege, habe etwas mit der Operation sichere Zukunft zu tun. 2003 seien vielen Vereinen, die prventiv arbeiten, Zuschsse gestrichen worden.

Kritik: Sozial geschwchelt

Auf die kritische Frage aus dem Publikum, wo denn bei den Grnen die soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft bleibe, erwiderte Al-Wazir, die Grnen htten sich lange vor den Gewerkschaften fr einen Mindestlohn eingesetzt. Und im grnen, schulpolitischen Ansatz fr gleiche Bildungschancen in allen sozialen Schichten stecke ebenso viel Gesellschaftspolitik.

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