Tatendrang im Jahr des Holzpferdes

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Melsungen. Beim Neujahrsempfang traf Tradition auf Moderne.

Melsungen. Zirka 300 Besucher waren der Einladung von Bürgermeister Boucsein in die Stadthalle gefolgt, um mit ihm gut ins neue Jahr zu starten. Seine Wünsche für 2014 und die des Gastredners Professor Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, waren sowohl mit der Freude auf was neues, als auch mit dem Festhalten an Traditionen verbunden. Boucsein: "Wir befinden uns im chinesischen Jahr des Holzpferdes. Es symbolisiert in China die finanzielle Sicherheit und den Tatendrang." So seien viele Projekte für Melsungen bereits verwirklicht worden, andere, wie zum Beispiel die Errichtung eines Wohnparkes, laufen noch auf Hochtouren.

Professor Dr. Weiß befasste sich dagegen in seinem Vortrag "Vom Bewahren im Wandel" mit der Historie. Er teilt das Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Alle lieben Altbauten". Gerade in Zeiten der Globalisierung werde die Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land an Altbauten festgemacht. Denkmalgeschütze Orte seien zudem mitentscheidend bei der Standortwahl vieler Firmen. "Nicht zuletzt trägt der Kulturtourismus, zu dem auch historische Städtereisen gehören, mit fünf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei." Dr. Weiß appellierte an die Gäste, ihr Augenmerk nicht auf die Errichtung von Neubauten zu richten, sondern die vorhandenen Ressourcen zu nutzen. Als Paradebeispiel führte der Professor den Ort Wanfried im Werratal auf. Leerstehende und verfallene Gebäude hätten auch dort lange Zeit das Stadtbild geprägt. Dank des Engagements der Einwohner konnten viele sanierungsbedürftige Fachwerkhäuser jedoch umgestaltet und so die Einwohnerzahl wieder gesteigert werden. Mit einem Leerstandsmanagement und einem Förderprogramm sei eine Umgestaltung auch in Melsungen denkbar.

Die Ausführungen des Experten für Denkmalschutz und Denkmalpflege haben im Publikum großen Zuspruch gefunden. "Ich bin selbst gebürtige Melsungerin. Ich fühle mich auch heute noch sehr verbunden mit der Stadt und bewundere jeden, der sich dafür einsetzt, Fachwerke zu erhalten", erzählt Christa Becker, Besucherin beim Neujahrsempfang, im Anschluss an den offiziellen Empfang. Auch Heidi Erbe verfolgte die Ausführung von Professor Dr. Weiß mit großem Interesse: "Es ist schön zu sehen, dass in Melsungen bereits einige Häuser wiederhergerichtet worden sind."

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