Der Tiger zeigt die Krallen

Fritzlar. Eine Explosion erschüttert den Patrouillen-Alltag der deutschen Soldaten. Rauch steigt auf. Ein Transportpanzer "Fuchs" fährt in

Fritzlar. Eine Explosion erschüttert den Patrouillen-Alltag der deutschen Soldaten. Rauch steigt auf. Ein Transportpanzer "Fuchs" fährt in eine Sprengfalle. Während die Besatzung noch Deckung sucht, wird das zweite Fahrzeug bereits mit Panzerabwehrwaffen beschossen. In einer solchen Bredouille kann nur noch ein Tiger helfen.

Dieses realistische Szenario um einen Taliban-Hinterhalt spielten kürzlich die Soldaten des Fritzlarer Kampfhubschrauberregiments durch. Was bei der Übung nördlich von Friedigerode plänmäßig noch glimpflich ausging, könnte aber bald zu einem nicht genau vorherbestimmbaren Ernstfall werden, denn im Oktober kommenden Jahres sollen vier Kampfhubschrauber vom Typ Tiger ins kriegsgeschüttelte Afghanistan verlegt werden.

Einsatzbereitschaft demonstrieren

Jetzt, nachdem die ersten drei Tiger den TÜV erfolgreich bestanden haben, darf die fliegende Raubkatze ganz offiziell ihre Krallen zeigen. Um dies zu demonstrieren und endlich aus den Negativschlagzeilen zu kommen, hatte die Bundeswehr zu einem "Medientag" in die Fritzlarer Kaserne eingeladen. Nachdem der schwere Kampfhubschrauber

Tiger wegen zahlreicher, zum Teil nicht näher benannter Schwächen lange Zeit für den Flug- und Einsatzbetrieb nicht freigegeben war, konnte die Brigade jetzt Einsatzbereitschaft demonstrieren.

"Ich freue mich, dass er funktioniert. Wir haben das rote Nummernschild weggeworfen", verkündete Oberst Ulrich Ott. Brigadegeneral Jürgen Setzer ergänzte: "Erstmals verfügt das Regiment über eigene Kampfhubschrauber. Das ist durchaus eine Zäsur."

Gefechtsklar gemacht

Die Einsatzbereitschaft hatte sich seit einigen Jahren immer wieder verzögert. Bei den Tiger-Prototypen waren eklatante technische Mängel festgestellt worden. Insbesondere sollen Verkabelungen schwere und gefährliche Kinderkrankheiten aufgewiesen haben. "Man hat auch von Seiten der Industrie die Komplexität des Systems unterschätzt", sagte General Setzer. Die am Medientag versammelten Journalisten konnten live miterleben, wie der Hightech-Hubschrauber nun gefechtsklar gemacht wird. Anschließend waren sie Zaungäste beim Zusammenspiel mit dem Jägerregiment 1 aus Schwarzenborn, das momentan auf dem Übungsplan steht. In Afghanistan soll der Tiger vor allem zur Aufklärung und zum Schutz der Bodentruppen eingesetzt werden.

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