Tour der Hoffnung radelt sich in die Herzen

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Melsungen. Bei der Radtour zugunsten schwerstkranker Kinder fuhren Markus Boucsein und Winfried Becker 450.000 Euro für Projekte in der Region ein.

Melsungen. "Wir hätten niemals mit solch einer tollen Resonanz hier in Melsungen gerechnet", gibt Markus Boucsein, Bürgermeister von Melsungen zu. Zusammen mit Winfried Becker, erster Kreisbeigeordneter des Schwalm-Eder-Kreises, nahm er im Sommer an der Tour der Hoffnung 2013, einer Radtour zugunsten krebskranker Kinder, teil. So fuhren sie insgesamt 450.000 Euro für die Holzhauer Stiftung ein. "Ich konnte es selbst kaum glauben: Als wir in Melsungen auf dem Marktlatz gegen 18.00 Uhr einradelten, war dort tatsächlich eine Gruppe von Menschen, die auf unser Ankommen gewartet haben", sagt Boucsein. Normalerweise sei um diese Uhrzeit kein Mensch mehr auf der Straße.

"Und genau diese Idee steckt hinter dem Projekt: Tour der Hoffnung: Menschen für das Tabu-Thema Kinder-Palliativ zu sensibilisieren", erklärt Professor Dr. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Klinikum Kassel.In Nordhessen sterben zirka 60 Kinder pro Jahr an unheilbaren Krankheiten. Einer ihrer Wünsche und der ihrer Angehörigen sei es, möglichst viel Zeit Zuhause im gewohnten Umfeld verbringen zu können. "Diesen Wunsch möchten wir gerne, mithilfe eines Betreuungskonzeptes, so gut es geht, erfüllen", erklärt Nathrath. Die Spende sei ein großer Schritt dorthin.    Geplant sei, das Betreuungskonzept in einen Verein umzuwandeln, welcher dem Klinikum angegliedert würde."Dafür benötigen wir zum Einen jede helfende Hand, die bereit ist, ehrenamtlich unheilbar kranke Kinder und deren Familien häuslich zu betreuen. Und auf der anderen Seite sind wir natürlich auf Spenden, wie die der Holzhauer-Stiftung, angewiesen." Denn erst dadurch ist für die Eltern der schwerst kranken und unheilbar kranken Kinder die Palliativbetreuung kostenlos. Eine Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse erfolge nicht, da die Palliativbetreuung eine ambulante Aufgabe des Hausarztes sei. "Dieser kann aber eine derartig zeitaufwändige Betreuung nicht bewerkstelligen", erklärt die Direktorin.Zwar liefen seit über zwei Jahren die Gespräche mit den Krankenkassen für die Übernahme der Personalkosten. "Eine hundertprozentige Kostendeckung wird es aber wohl nicht geben.Deshalb werden Spenden weiterhin  benötigt."Über ihre Verwendung der 450.000 Euro entschied ein Kuratorium:50.000 Euro fließen in ein Sportprojekt für krebskranke Kinder und Jugendliche, 100.000 Euro sind für den Aufbau einer Tumorbank vorgesehen und 300.000 Euro kommt dem Palliativteam und Palliativprojekt für krebskranke und schwerkranke Kinder in Nordhessen zugute.Kontakt: Kinder Palliativ Team Nordhessen, Dr. med. Thomas Voelker, Tel.: 0561 / 980 175 58.

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