Treysaer Stadtkirche wird renoviert

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Der Zahn der Zeit nagt an der Außenfassade der Treysaer Stadtkirche. Derzeit „ziert“ das Bauwerk daher ein großes Gerüst. Die Rückseite nach Nordwesten und der komplette Chorraum sind durch die Konstruktion auf 6 Etagen begehbar und ermöglichen einen Blick auf den aktuellen Zustand der Bausubstanz

Schwalmstadt-Treysa. Den Kölner Dom kennt man seit jeher nicht ohne ein Gerüs – das ist bei der Treysaer Stadtkirche zum Glück nicht so. Derzeit „ziert“ jedoch auch sie ein großes Baugerüst, denn der Zahn der Zeit nagt an der Außenfassade des sakralen Gebäudes aus dem 13. Jahrhundert. Die Rückseite nach Nordwesten und der komplette Chorraum sind durch die Konstruktion auf sechs Etagen begehbar und ermöglichen einen Blick aus nächster Nähe auf den aktuellen Zustand der Bausubstanz. Größere Risse sind zu sehen, die nun von einer Fachfirma ausgefugt werden müssen.

Zudem blättert nicht nur die Wandfarbe, sondern an mehreren Stellen auch der Putz. Die Pfeiler, die das Gewölbe des Chorraums tragen, sind an der Außenseite mit sogenannten Fialen verziert. Diese türmchenartigen Aufsätze sind mit einer Kreuzblume als Fialenkrone abgedeckt und besonders witterungsanfällig. Bei einem Rundgang in luftiger Höhe zeigt Pfarrer Dieter Schindelmann den akuten Reparaturbedarf der Bekrönungen. „Bei der letzten Renovierung Mitte der 70er Jahre wurden die Teile schon einmal erneuert“, berichtet er, allerdings mit minderwertigem Material, wie sich jetzt herausstellte. „Statt echtem Stein wurden nur Steinmehl und Kleber verarbeitet“, bemängelt der heutige Bauherr, „das war nicht für die Ewigkeit bestimmt“, sagt er und zeigt auf die Bruchstellen des Zierrats.

„Bis zum Frühherbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein“, betont der Pfarrer, bis dahin erhält die ehemalige Klosterkirche auch einen neuen Anstrich. In einem zweiten Bauabschnitt geht es um das Innere des Kirchenschiffs. 30 Jahre nach der grundlegenden Renovierung zeigt sich dort an einigen Stellen ebenfalls Handlungsbedarf. „Risse im Gewölbe über der Orgel deuten auf statische Probleme“, lautet Schindelmanns Diagnose, die allerdings noch von Fachleuten bestätigt werden muss. „Der Bauantrag ist gestellt, wenn alles gut läuft, beginnen die Arbeiten bereits im kommenden Jahr“, zeigt sich der Pfarrer optimistisch – bis zur Pensionierung will er schließlich „seine Kirche“ in Ordnung haben, so der Plan des 63-Jährigen. Die Renovierungskosten werden sich voraussichtlich auf insgesamt 280.000 Euro belaufen, zu je einem Drittel teilen sich die Landeskirche, der Kreis und die Kirchengemeinde Franz von Roques die Summe.

Kürzlich besuchten Vertreter des Landesamts für Denkmalpflege, der Bauberatung des Landeskirchenamts, des Gebäudemanagements der EKKW sowie des Bauausschusses der Kirchengemeinde die Baustelle und berieten unter anderem über die neue Farbgestaltung.

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