Ultimatum an den Anwalt von Wagner

Staatsanwaltschaft Kassel verliert die Geduld - Stellungnahme bis Ende der Woche gefordertVon ANDREAS BERNHARDHomberg. Lange Zeit war es ruhig geworde

Staatsanwaltschaft Kassel verliert die Geduld - Stellungnahme bis Ende der Woche gefordert

Von ANDREAS BERNHARD

Homberg. Lange Zeit war es ruhig geworden in der Homberger Dienstwagenaffre rund um Brgermeister Martin Wagner. Manchem zu ruhig. Doch nun knnte wieder Bewegung in die Sache kommen. Wie der Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft, Hans Manfred Jung, gegenber dem Homberger-Anzeiger besttigte, haben die Ermittler dem Anwalt von Martin Wagner eine ultimative Frist zur Abgabe einer Stellungnahme bis Ende der Woche gesetzt. Damit wollen sie einem monatelangen Warten ein Ende setzen. Solle diese wider erwarten nicht kommen, so Jung, werde das Verfahren eben ohne die seit langem angekndigte Stellungnahme fortgefhrt.

Hngepartie

Die offensichtlich nun erschpfte Geduld der Staatsanwaltschaft hatte auch die Oppositionsparteien in Homberg auf eine harte Probe gestellt. Schon seit vielen Wochen ruht der Akteneinsichtsausschuss zum Thema Dienstwagenaffre. Die Abgeordneten hatten sich geeinigt, erst dann weiter zu machen, wenn die Ergebnisse der Untersuchung aus Kassel vorliegen. Ich vertraue darauf, dass die Staatsanwaltschaft sehr sorgfltig prft und es deshalb so lange dauert, betont SPD-Fraktionschef Stefan Gerlach. Und doch sei er ein bisschen verrgert. Denn aus seiner Sicht ist die politische Arbeit durch die Hngepartie weiterhin stark belastet. Zumal Brgermeister Wagner sich ja hartnckig weigere selbst etwas zur Aufklrung beizutragen. Der Brger hat das Recht zu erfahren, was passiert ist, so Gerlach. Das Warten lhmt vieles, besttigt auch Delf Schnappauf von den Grnen. Das Klima ist vergiftet, jetzt muss Klarheit her, fordert er und vermutet: Die Anwlte von Wagner spielen wohl auf Zeit. Mglich sei aus seiner Sicht auch, dass Seilschaften in Wiesbaden den Brgermeister dabei untersttzen die Sache auszusitzen.

Hngt vom Inhalt ab

Angesprochen auf solche Vermutungen sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft: Unsinn, so lange kann Herr Wagner gar nicht sitzen. Es sei vielmehr normal, dass sich Ermittlungen auch mal ber Monate hinziehen knnten. Wie es weiter geht, sollte die Stellungnahme eintreffen, kann Jung allerdings auch noch nicht abschtzen. Alles hngt vom Inhalt des Schreibens ab, betont er.

Indes bleibt Brgermeister Wagner seiner Linie treu: Vor Abschluss des Verfahrens werde ich nichts sagen, betont er auf Anfrage. Auch nicht zur Stellungnahme seines Anwalts. Von einem Ultimatum sei ihm im brigen nichts bekannt.

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